Unternehmen Was nach dem Aus der Autoproduktion in Bochum kommt

Die Autoproduktion von Opel in Bochum ist Geschichte. In den riesigen Werkhallen wird in den kommenden Monaten aber noch gearbeitet. Moderne Maschinen werden abgebaut und in andere Opel-Fabriken gebracht. Manches wird auch beim Schrotthändler landen.

Das Opelwerk in Bochum hat seine Autoproduktion eingestellt. Jetzt folgen Aufräum- und Abschlussarbeiten. Die meisten Beschäftigten wechseln 2015 in eine Transfergesellschaft.

Was passiert im kommenden Jahr?

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Eine etwa 150-köpfige Auslaufbelegschaft demontiert die Maschinen und räumt die Hallen leer. Am 1. Juli 2015 soll das Gelände „besenrein“ an die Entwicklungsgesellschaft „Perspektive Bochum 2022“ übergeben werden, die in den kommenden Jahren auf dem Geländen neue Unternehmen ansiedeln will.

Was geschieht mit den teuren Produktionsstraßen?

Die Anlagen werden bei Opel weiter genutzt oder ins Ausland verkauft. Opel hatte noch 2010/2011 rund 175 Millionen Euro in die Modernisierung der Bochumer Fertigung gesteckt. Viele Anlagen sind also noch recht neu. Zum Teil gehen die Roboter und Werkzeuge nach Rüsselsheim oder an andere Opelstandorte. Anderes wird über einen Industrieanlagen-Vermarkter an Interessenten verkauft. Was dann übrig ist, wird Schrotthändlern angeboten.

Und dann?

Die Entwicklungsgesellschaft unter städtischer Führung reißt vom Sommer nächsten Jahres an die Hallen ab, begradigt den Boden des riesigen Geländes, der erhebliche Höhenunterschiede hat. Sie lässt Strom verlegen und Abwasserkanäle anlegen – kurz: Sie bereitet einen ersten Teil des Geländes für die Nachfolgenutzung vor. Für die ersten 70 Hektar Werksgelände sind dazu zunächst acht Jahre und 50 Millionen Euro Entwicklungskosten einkalkuliert.

Wer soll künftig dort arbeiten?

DHL plant für 2016/17 ein Paket-Verteilzentrum mit 600 Stellen. Daneben will die Gesellschaft viele kleinere Unternehmen ansiedeln – Mittelständler mit technischen Produkten, Logistik-Unternehmen oder Ausgründungen der Bochumer Universität. Baumärkte oder reine Container-Lager mit sehr wenigen Beschäftigten sind dagegen nicht willkommen.

Verlässt Opel den Standort komplett?

Das zentrale Opel-Ersatzteillager mit rund 700 Menschen bleibt am Standort – aber unter dem Dach des Opel-Partnerunternehmens Neovia, nicht mehr unter dem Opel-Logo. Für das europäische Warenverteilzentrum werden für rund 60 Millionen Euro neue Hallen gebaut.

Wie viele Opel-Beschäftigte müssen gehen?

Von den noch 3300 Beschäftigten können etwa 300 – natürlich mit Abzügen – in die Altersteilzeit gehen. Weitere rund 300 wechseln in das Zentrallager, wo die Belegschaft aufgestockt wird. Rund 2700 Menschen müssen in die Transfergesellschaft, die ihnen maximal zwei Jahre lang bei der Jobsuche hilft.

Was geschieht mit der Hauptverwaltung mit dem markanten Opel-Schriftzug?

Die Verwaltung und ein Nebengebäude stehen für ein halbes Jahr unter vorläufigem Denkmalschutz. Ein Gutachter schaut, ob die Gebäude tatsächlich schützenswert sind. Die Entscheidung trifft dann der Landschaftsverband Westfalen-Lippe. Gegen eine positive Entscheidung kann der Eigentümer klagen. Hilft das auch nicht, kann er sich noch an den Landesbauminister wenden.

Was geschieht mit dem letzten produzierten Opel aus Bochum?

Das letzte Auto, ein dunkelgrauer Kompaktvan „Zafira“, wird verkauft. Opel spendet aber zwei Wagen vom letzten Produktionstag für soziale Zwecke.

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