Unternehmen Weltweiter Protest der Fast-Food-Angestellten

Ein Mitarbeiter von McDonald's demonstrierte am Donnerstag in Chicago für höhere Löhne.

Ein Mitarbeiter von McDonald's demonstrierte am Donnerstag in Chicago für höhere Löhne.© dpa

Der Frust am Burgergrill und an den Fritteusen ist groß: Denn viele Mitarbeiter von Fast-Food-Ketten bekommen mickrige Stundenlöhne. In den USA und anderen Ländern machen sie jetzt ihrem Unmut Luft. Gerade Burger King dürfte die Aktion gar nicht gelegen kommen.

Die oft schlecht bezahlten Beschäftigten von Schnellrestaurants in den USA fordern einen kräftigen Lohnzuschlag und bessere Arbeitsbedingungen. Am Donnerstag gab es in 150 Städten im Land Streiks und Proteste, unter anderem in New York City. Über Twitter verbreiteten die Organisatoren Fotos von blockierten Fast-Food-Filialen und Demonstranten mit Transparenten.

Kernforderung in den USA ist ein Mindestlohn von 15 Dollar die Stunde (11 Euro). Je nach Arbeitgeber und Bundesstaat bekommen die Mitarbeiter momentan nur gut die Hälfte davon. Zu Jahresbeginn hatte Präsident Barack Obama eine Initiative für einen höheren Mindestlohn gestartet. Er hob die Schwelle per Erlass von 7,25 auf 10,10 Dollar pro Stunde an – allerdings nur für Unternehmen, die für den Staat arbeiten. Für eine flächendeckende Einführung muss der Kongress ein Gesetz beschließen.

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Auch Beschäftigte in anderen Ländern beteiligten sich am Internationalen Aktionstag Fast Food. Die Parole lautete „Low Pay is not OK“, zu deutsch: Niedrige Bezahlung ist nicht in Ordnung. Nach Angaben der Organisatoren sollten Beschäftigte in 33 Ländern auf sechs Kontinenten mitmachen.

Probleme bei Burger King

In Deutschland rief die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) die großen Ketten wie McDonald’s und Burger King dazu auf, „noch stärker ihrer sozialen Verantwortung gerecht zu werden“. Dazu gehöre es, dass die Anwendung von Tarifverträgen Bestandteil der Franchiseverträge werden müsse, sagte NGG-Vizechef Burkhard Siebert. Die Markengeber müssten einschreiten, wenn Rechte der Beschäftigten verletzt würden.

Die NGG gewährt bei Auseinandersetzungen mit der Burger King Beteiligungs GmbH derzeit rund 320 Mitgliedern Rechtsschutz. Die Dachorganisation der Kette sei gegen hygienische Missstände erst eingeschritten, nachdem deren Veröffentlichung den Umsatz habe einbrechen lassen, sagte Siebert. Burger King will nun alle Restaurants in Deutschland vom TÜV überprüfen lassen. Die Experten sollen bei den unangekündigten Besuchen unter anderem die Küchenflächen und die Arbeitsgeräte in den rund 700 deutschen Filialen unter die Lupe nehmen.

Erst vor zwei Monaten hatten McDonald’s-Mitarbeiter in drei US-Bundesstaaten den Fast-Food-Primus wegen unfairer Bezahlung verklagt und von „Lohn-Diebstahl“ gesprochen. So hätten die Mitarbeiter unter anderem unbezahlte Überstunden leisten oder die Zeitkonten manipulieren müssen. McDonald’s hatte versichert, den Vorwürfen nachzugehen.

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