Unternehmen Wie die Deutschen wirklich sind

Der sparsame Deutsche ist gar nicht so sparsam:  Bei 35 Prozent der Befragten herrscht am Monatsende Ebbe auf dem Konto.

Der sparsame Deutsche ist gar nicht so sparsam: Bei 35 Prozent der Befragten herrscht am Monatsende Ebbe auf dem Konto.© michaeljayberlin / Fotolia.com

Wie lange bleiben Deutsche ihrer Firma treu? Wie sparsam sind sie? Und wo kaufen sie ein? Wie die Deutschen wirklich sind, hat eine YouGov-Umfrage ermittelt - mit überraschenden Ergebnissen.

An ihrem Arbeitsplatz haben die meisten Deutschen Sitzfleisch: Immerhin 48 Prozent bleiben sieben Jahre bei einem Unternehmen, 16 Prozent sogar 20 Jahre und länger. Dies zeigt die aktuelle Studie „Wie die Deutschen ticken“, für die das Meinungsforschungsinstitut YouGov in Kooperation mit dem Psychologen Holger Geißler 80.000 Interviews ausgewertet hat. 21 Prozent der Berufstätigen haben einen Nebenjob, fünf Prozent sogar mehrere. Ein sicherer Job ist 68 Prozent der Befragten sehr wichtig.

Dennoch hat der Durchschnittsdeutsche von Unternehmern keine besonders hohe Meinung: Gerade mal 38 Prozent der Befragten gaben an, dass Unternehmer für sie Vorbilder seien. Dennoch sind 81 Prozent der Meinung, dass Unternehmensgründungen mehr gefördert werden sollten.

Anzeige

Den Weg zur Arbeit halten die Deutschen gerne kurz: 25 Prozent brauchen weniger als zehn Minuten, weitere 20 Prozent sind nach 20 Minuten im Büro. Auf der Arbeit werden die meisten Deutschen von einer E-Mail-Flut verschont: 62 Prozent bekommen nur bis zu 20 Nachrichten am Tag, 28 Prozent bis zu 50.

Wie sparsam sind die Deutschen?

Die Deutschen gelten als sparsam und diszipliniert – zu recht? Glaubt man den Ergebnissen der Studie, muss man dieses Klischee anzweifeln: Bei 35 Prozent der Befragten beträgt der Stand auf dem Girokonto am Monatsende Null, 30 Prozent sind weniger als 2000 Euro im Plus. Kein Wunder, dass 51 Prozent ihre Wohnungen mit Discountermöbeln einrichten und nur 18 Prozent mit Designermöbeln.

Zum Einkaufen schauen die Deutschen am liebsten ins Internet: 75 Prozent kaufen dort ein, 71 Prozent in Einkaufszentren. Noch nicht einmal die Hälfte aller Befragten geht zum Wochenmarkt und auf Flohmärkte.

Unterkühlte Pedanten? Von wegen!

Insgesamt zeichnet die YouGov-Studie ein ganz anderes Bild von den Deutschen als das gängige Klischee vom unterkühlten Pedanten: Demzufolge gehen 71 Prozent der Fußgänger bei Rot über die Ampel, 39 Prozent sind schon einmal schwarz gefahren, 61 Prozent sind der Meinung, dass es zu viele Gesetze und Verordnungen gibt und jeder Vierte hat schon einmal vergessen, wie er nach Hause gekommen ist.

Auch privat sind die Deutschen keineswegs so distanziert, wie es immer heißt, sondern sehr gesellig: 77 Prozent empfangen gerne Besuch zu Hause, begrüßt werden die Freunde zu 80 Prozent mit herzlichen Umarmungen und Küsschen, dazu wird immer häufiger Wein statt Bier getrunken. 57 Prozent der Deutschen bevorzugen laut der Umfrage Wein. Auch wenn in absoluten Zahlen noch immer fünf Mal mehr Bier verkauft wird.

Was ist typisch deutsch?

Sehr emotional werden die sonst so pragmatischen Deutschen bei ihrem Auto. 69 Prozent geben an, dass sie ihr Auto lieben. 79 Prozent finden, dass ihr Auto genau zu ihnen passt, 62 Prozent lassen ungern jemand anderen ans Steuer und 89 Prozent bezeichnen sich selbst als gute Autofahrer.

Kein Wunder also, dass zwei Drittel der Deutschen sagen: Der Volkswagen steht für Deutschland. Damit ist das Auto sogar wichtiger als Goethe (49 Prozent), Angela Merkel (45 Prozent) oder die Currywurst (24 Prozent).

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.