Unternehmen Zalando-Aktie fährt zum Börsenstart Achterbahn

Die Webseite von Zalando

Die Webseite von Zalando© picture alliance / dpa

"Schrei vor Glück!" lautet der Werbeslogan von Zalando. Beim Börsenstart hätten den Anlegern aber eher Schreie wie in einer Achterbahn entfahren können: Die Aktie sprang erst um zwölf Prozent hoch - und fiel dann fast an den Ausgabepreis.

Die Show zum Börsenstart des Modehändlers Zalando war schick. Auf dem Vorplatz nebst Bulle und Bär empfingen Schaufensterpuppen die Gäste zum Börsenspektakel. Models in Zalando-Mode säumten den Treppenaufgang, die typischen Pakete mit dem Schriftzug des Unternehmens stapelten sich vor und im Parkettsaal. Selbst die Glocke zum traditionellen Einläuten des Börsenhandels packten die Firmen-Chefs aus einem Zalando-Karton aus.

Doch das eigentliche Börsendebüt der Zalando-Aktie fiel weniger glanzvoll aus. Der erste Kurs, begleitet von Konfetti-Regen und Jubelrufen, lag noch bei ansehnlichen 24,10 Euro – immerhin ein Aufschlag von rund zwölf Prozent auf den Ausgabepreis. Doch damit war die Party ersteinmal vorbei. Binnen weniger Minuten fiel der Kurs steil fast bis an den Ausgabepreis von 21,50 Euro. Zum Nachmittag konnte sich das Papier gerade einmal auf 22 Euro erholen. Kein rechter Grund für Anleger, um vor Glück zu schreien, wie es das Zalando-Werbemotto will.

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Schon Anfang der Woche hatte es ein erstes Zeichen gegeben, dass Zalando vorsichtiger bei der Bewertung geworden ist. Mit einem Ausgabepreis von 21,50 Euro wurde die zuvor aufgestellte Preisspanne von 18 bis 22,50 Euro nicht ganz ausgeschöpft, obwohl die Nachfrage mehr als zehn Mal höher als das Angebot an Aktien gewesen sein soll.

Erster Jahresgewinn in diesem Jahr?

Zalando schaffte es in diesem Jahr nach hohen Anlaufverlusten in die schwarzen Zahlen. Nach einem positiven ersten Halbjahr könnte es in diesem Jahr auch den ersten Jahresgewinn geben. Der Onlineversender, der sich mit schrillen Werbekampagnen („Schrei vor Glück“) und kostenlosen Retouren einen Namen machte, hatte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 1,8 Milliarden Euro erzielt.

Haupteigentümer sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik sowie die Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer. Ihre Anteile verwässern sich mit der Ausgabe der neuen Aktien. Dem Prospekt zufolge soll Kinnevik nach dem Börsengang noch 31,57 Prozent halten, statt zuvor 35,6 Prozent. Die Samwer-Brüder kommen noch auf 14,81 Prozent nach zuvor 16,7 Prozent.

Erlöse aus dem Börsengang sollen ins weitere Wachstum fließen

Die Samwer-Brüder hatten Zalando seit der Gründung 2008 unterstützt, der Mode-Händler war unter dem Dach ihrer Startup-Schmiede Rocket Internet groß geworden. Die Samwers bringen Rocket Internet am Donnerstag ebenfalls an die Börse. Der Startup-Finanzierer will dabei bis zu 1,6 Milliarden Euro einnehmen.

Die Erlöse aus dem Zalando-Börsengang sollen in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen. Zalando will vor allem aus eigener Kraft größer werden, kann sich aber auch Zukäufe vorstellen. Die Berliner wollen ihre Kundenbasis erweitern, die Umsätze beim einzelnen Käufer steigern und auch in neue regionale Märkte vordringen. Der Onlineversender hatte zuletzt knapp 14 Millionen aktive Kunden.

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