Unternehmen Zalando bleibt trotz Umsatzsprung in Verlustzone

Kartons von Zalando

Kartons von Zalando© Zalando

Wie viel Wachstum verträgt Zalando? Der schnell expandierende Online-Händler aus Berlin macht weiter Umsatzsprünge, ist aber noch nicht profitabel. Verantwortlich dafür sind nicht nur hohe Investitionen.

Der Online-Modehändler Zalando hat sein schnelles Umsatzwachstum im ersten Quartal fortgesetzt. Der Umsatz der Aktiengesellschaft erhöhte sich um 35 Prozent auf 501 Millionen Euro. Zum Ergebnis nannte Zalando keine Zahl. „Dem Ziel, den Break-Even zu erreichen, sind wir einen guten Schritt näher gekommen“, sagte Ritter. „Wir erwarten, dass sich dieser Trend im gesamten Jahr fortsetzt.“

Der 2008 gegründete Online-Modehändler aus Berlin ist inzwischen halb erwachsen geworden. In den Werbespots von Zalando geht es jetzt nicht mehr hysterisch zu. Neuerdings werden Männer statt Frauen umgarnt, eher bedächtig als laut. Ebenso versucht der Vorstand der Aktiengesellschaft sich eher in leisen Tönen: Die Verlustspanne – das Verhältnis von Betriebsergebnis (Ebit) zu Umsatz – sei „signifikant verbessert“ worden. „Damit liegen wir im Plan für 2014“, sagt Vorstandsmitglied Rubin Ritter. Im vergangenen Jahr lag das Minus beim Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern bei 115 Millionen Euro.

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Ritter stellte klar, dass aus dem laufenden Geschäft zumindest in diesem Jahr noch kein Gewinn zu erwarten sei. Als Gründe nannte er die noch immer nötigen Investitionen in die Verteilzentren in Erfurt und Mönchengladbach und die Ausgaben für das Marketing.

Was Zalando zu schaffen macht

Im ersten Quartal bekam Zalando auch zu spüren, dass es die Winterkleidung mit Rabatten loswerden musste – ein saisonaler Effekt, wie ihn auch der stationäre Einzelhandel kennt. Nach wie vor gibt es den Verdacht, dass eine hohe Rücksendequote Zalando das Geschäft kaputtmacht, weil die Kosten dafür vom Unternehmen getragen wurden. Ritter spielte das Thema am Freitag herunter: Die Retourenquote habe sich auf dem Niveau des Vorjahres eingependelt. Eine Prozentzahl nannte er nicht.

Der Ärger um die angeblich schlechten Arbeitsbedingungen im Auslieferlager in Erfurt hat dem Geschäft nach Angaben Zalandos nicht geschadet. Die Darstellung in einem Fernsehbericht sei einseitig und zum Teil falsch gewesen, weshalb nun ein Rechtsstreit laufe. Ein Team des Unternehmens gehe aber allen Vorwürfen nach. Einige Details seien schon verbessert worden, so etwa mehr Sitzmöglichkeiten für die Lagerarbeiter, berichtete Ritter.

Kommt der Börsengang?

Größter Anteilseigner von Zalando ist derzeit der schwedische Investor AB Kinnevik mit 36 Prozent, gefolgt vom European Founders Fund (17 Prozent) und dem dänischen Modeunternehmer Anders Holch Povlsen. Auch Töchter von Holtzbrinck (8 Prozent) und Tengelmann (6 Prozent) sind mit an Bord. Ob und wann sie mit einem Börsengang Kasse machen wollen, ließ Zalando auch am Freitag offen. „Wir sehen uns alle Optionen an, und das könnte auch ein IPO beinhalten“, einen Börsengang also. Ritter sagt, was er schon seit vielen Monaten sagt. Letztlich müssten die Eigentümer entscheiden, ob sie das wollten.

1 Kommentar
  • Werner B. 18. Mai 2014 14:43

    Guter Artikel.

    Der Börsengang ist keine schlechte Option von Zalando. Das sieht das Unternehmen auch so und bereitet sich auf diesen vor. Oder zumindest macht es sich flexibel, wenn es um dieses Thema geht. Denn schon im Dezember hat Zalando die Rechtsform in eine AG umgewandelt. [Quelle: http://www.finance-magazin.de/maerkte-wirtschaft/kapitalmarkt/zalando-will-offenbar-an-die-boerse/ ]
    Es gibt wohl auch schon einige interessierte Investoren. Zalando wird wegen den roten Zahlen nicht allzu große Probleme an der Börse haben.

    Gruß

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