Unternehmen Zuspitzung des Ukraine-Konflikts alarmiert deutsche Wirtschaft

Ein Ende des Konflikts in der Ukraine ist nicht abzusehen - im Gegenteil. Die Sorgen der deutschen Wirtschaft wachsen. Ökonomen und Verbände befürchten Folgen für die Konjunktur.

Die deutsche Wirtschaft sieht den Konflikt in der Ukraine mit wachsender Sorge. Manager und Ökonomen warnten am Mittwoch vor schärferen Sanktionen gegen Russland. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK), Martin Wansleben, forderte den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, mäßigend auf die angespannte Lage im Osten der Ukraine einzuwirken.

Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Marcel Fratzscher hält Konjunkturrückschläge in Europa für möglich, sollten gegen Russland Wirtschaftssanktionen verhängt werden. „Ein größeres Risiko sind mögliche Verwerfungen in Finanzmärkten – vor allem durch Turbulenzen und Verluste für die noch immer angeschlagenen Banken in Europa“, sagte Fratzscher „Handelsblatt Online“. Dies würde die schwache Konjunkturerholung in der Euro-Zone gefährden. Die Folgen von Wirtschaftssanktionen hingen unter anderem von deren Dauer und der Reaktion Russlands ab. Zeitlich beschränkte Maßnahmen würden „nur geringe Auswirkungen haben, da sie lediglich zu Verzögerungen von Handelsströmen und Transaktionen führen werden“.

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Bayerische Firmen klagen bereits über erste Zoll- und Visa-Probleme als Folge der Krim-Krise . Mehrere oberbayerische Exportunternehmen, die Waren an Kunden auf der Krim liefern wollten, hätten um Unterstützung gebeten, berichtete der Hauptgeschäftsführer der IHK München und Oberbayern, Peter Driessen, am Mittwoch. „Derzeit ist nicht klar, ob die Ware an die Ukraine oder an Russland adressiert werden muss. Das ist auch entscheidend für die Frage, welche Zollpapiere mitgeschickt werden müssen.“ Momentan litten die Firmen unter einem zollrechtlichen Schwebezustand. Driessen forderte deshalb den Bund auf, sich um eine klare Regelung zu bemühen.

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