Feiertage nachholen Sonntags-Feiertage nachholen – fairer Ausgleich oder Schnapsidee?

Der 1. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Nun ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Feiertage in Deutschland nachgeholt werden sollten.

Der 1. Mai fällt in diesem Jahr auf einen Sonntag. Nun ist eine Debatte darüber entbrannt, ob Feiertage in Deutschland nachgeholt werden sollten.© dpa

Fällt ein Feiertag auf einen Sonntag, wird dieser in einigen Ländern "nachgeholt". Eine solche Regelung könnten sich auch einige deutsche Politiker gut vorstellen. Was denken Sie?

Für Arbeitgeber ist 2016 ein gutes Jahr: Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, ist ein Sonntag. Und auch Weihnachten fällt in diesem Jahr auf ein Wochenende. Für Arbeitnehmer ist das eine schlechte Nachricht – sie haben einen Feiertag weniger. Nun werben einige Politiker dafür, solche entgangenen freien Tage künftig nachzuholen. Sabine Zimmermann von der Linken sagte der „Saarbrücker Zeitung“ vom Samstag: „Es kann nicht sein, dass den Arbeitgebern regelmäßig zusätzliche Arbeitstage geschenkt werden, die eigentlich als bezahlte Feiertage den Beschäftigten zustehen.“

Die SPD-Arbeitsmarktpolitikerin Katja Mast sagte zum „Nachholen“ von Feiertagen: „Das wäre natürlich ein Zeichen zur Entlastung der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.“ Eine Sprecherin des Bundesarbeitsministeriums erklärte jedoch auf Anfrage: „Uns sind dazu keine Pläne bekannt.“

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Vor allem das „Nachholen“ des 1. Mai als freiem Tag sei wünschenswert, sagte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen, Beate Müller-Gemmeke, der „Saarbrücker Zeitung“. Ihre Begründung: „Das hätte Charme. Dann haben Beschäftigte zum einen Zeit für die Kundgebung am Sonntag und können am freien Montag ihre Zeit der Familie widmen.“

Arbeitgeber kritisieren Vorschlag

Arbeitgeber kritisierten den Vorschlag: „Bei der Gesamtzahl der arbeitsfreien Tage durch Urlaub und Feiertage belegt Deutschland ohnehin einen Spitzenplatz im internationalen Vergleich“, sagte ein Sprecher des Arbeitgeberverbandes BDA. Falle ein Feiertag zufällig auf einen Sonntag hätten alle interessierten Beschäftigten die Möglichkeit den jeweiligen Anlass würdig zu begehen. Für eine Verschiebung auf einen Werktag gebe es daher keinen Grund.

Noch etwas drastischer drückte es der stellvertretende Vorsitzende der Union-Bundestagsfraktion, Michael Fuchs, aus. Er sagte: „Ich halte das für Blödsinn.“ Die Deutschen hätten so viele Feiertage. „Wenn dann mal einer auf das Wochenende fällt, ist das bei durchschnittlich 30 Urlaubstagen im Jahr sicherlich zu verkraften.“

Feiertage nachholen: Was in anderen Ländern gilt

Großbritannien
In Großbritannien werden Feiertage als arbeitsfreie Tage vom Wochenende auf einen Werktag verlegt, üblicherweise den nächsten Montag. Im Jahr 2016 fällt der 1. Weihnachtsfeiertag auf einen Samstag und wird landesweit am 27. Dezember nachgeholt.

Spanien
Kaum ein Land in Europa hat so viele Feiertage wie Spanien: Zu den zwölf landesweiten kommen noch lokale Festtage. Fallen die nationalen Feiertage auf einen Sonntag, können sie am folgenden Montag nachgeholt werden.

Belgien
Fällt einer der arbeitsfreien Feiertage in Belgien auf einen Sonntag oder anderen freien Tag, wird ein Werktag als Ersatz bestimmt. Der 1. Mai kann so auch im August nachgefeiert werden. Den Arbeitnehmern muss noch im Vorjahr mitgeteilt werden, welcher Tag als Ersatz gewählt wird. Die Regelung gilt dann einheitlich für alle Angestellten des Unternehmens.

Luxemburg
Auch Luxemburg erlaubt seinen Unternehmen, selbstständig einen alternativen freien Tag festzusetzen – immer vorausgesetzt, dass einer der zehn gesetzlich garantierten Feiertage auf das Wochenende fällt.

 

Was denken Sie?

Sollten Feiertage, die auf ein Wochenende fallen, nachgeholt werden?

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3 Kommentare
  • Irmgard 26. April 2016 09:03

    Es ist doch paradox, vor einigen Jahren wurde Allerseelen u.Buß -und Bettag als Feiertag abgeschafft, jetzt würde man Feiertage nachholen.

  • Christian 25. April 2016 13:11

    Ist denn schon Sommerloch?
    Wenn überhaupt über eine „Reform“ der Feiertagsregel nachgedacht werden sollte, dann eher darüber, dass dies bundesweit einheitlicher gestaltet wird. Wenn ich überlege, dass z. B. der 08.08. nur in Augsburg Feiertag ist, dann fängt es schon an, komisch zu werden.

    35-Std.-Woche, 30 Tage Urlaub, Überstunden abfeiern…. Jetzt auch noch Feiertage nachholen… Und wenn Arbeitgeber dann über Alternativen nachdenken (Automatisierung etc.) ist das Geschrei groß…

    • Stefan 26. April 2016 14:56

      Gibt es bundeseinheitlich für alle Arbeitnehmer die 35 Std.- Woche, 30 Tage Urlaub, die Möglichkeit Überstunden abzufeiern oder sind z.B. Leiharbeiter mit schlechteren Konditionen einfach nur „undankbare Kostenfaktoren“ ?

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