Langzeitarbeitslose Wie zufrieden sind Betriebe mit Ein-Euro-Jobbern?

An den Arbeitsmarkt heranführen und etwas  zum Arbeitslosengeld II dazuverdienen: 250.000 Menschen arbeiteten 2014 in Ein-Euro-Jobs.

An den Arbeitsmarkt heranführen und etwas zum Arbeitslosengeld II dazuverdienen: 250.000 Menschen arbeiteten 2014 in Ein-Euro-Jobs.© picture-alliance / dpa

Wenn Unternehmen Ein-Euro-Jobber beschäftigen, profitieren sie einer Studie zufolge davon. Ob die Betriebe Ein-Euro-Jobber auch fest anstellen würden - und Fähigkeiten die Wirtschaft sich wünscht.

Viele Betriebe sehen in Ein-Euro-Jobs nicht nur eine Chance für Arbeitslose. Nach Erkenntnissen von Arbeitsmarktforschern profitieren sie auch selbst davon. Knapp zwei Drittel der Firmen und Verwaltungen, die Ein-Euro-Jobber beschäftigen oder beschäftigt haben, sind mit der Arbeitsleistung der Ein-Euro-Jobber „zufrieden“, 23 Prozent sogar „sehr zufrieden“. Dies geht aus einer Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor, für die zwischen 2011 und 2013 600 Betriebe befragt wurden.

Mit Ein-Euro-Jobs will die Arbeitsagentur Langzeitarbeitslose wieder an den Arbeitsmarkt heranführen und ihnen daneben die Gelegenheit geben, etwas  zum Arbeitslosengeld II dazu zu verdienen. Die Ein-Euro-Jobber dürfen bis zu 30 Stunden pro Woche beschäftigt werden. Die Voraussetzungen für Unternehmen: Die Tätigkeit muss im öffentlichen Interesse liegen und darf keine regulären Arbeitsplätze verdrängen.

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Wo Unternehmen bei Ein-Euro-Jobbern Schwächen sehen

Rund die Hälfte der Betriebe könnte es sich der Studie zufolge vorstellen, den Ein-Euro-Jobber für eine ähnliche Beschäftigung fest anzustellen. Aus Unternehmenssicht mangelt es vielen Ein-Euro-Jobbern aber an entscheidenden Grundlagen, um auf dem ersten Arbeitsmarkt bestehen zu können. Besser vermittelbar würden die Betroffenen in erster Linie durch eine berufliche Fortbildung, glauben 60 Prozent der Befragten. Interessanter für die Wirtschaft würden die Arbeitslosen auch, wenn man mit ihnen an Motivation, Kommunikation und schulischer Grundbildung arbeiten würde.

Worüber die unzufriedenen Unternehmen klagen

„Eher unzufrieden“ äußerten sich in der Umfrage 13 Prozent der befragten Unternehmen über die Leistung der Ein-Euro-Jobber. Ein Prozent ist mit deren Leistung sogar „sehr unzufrieden“. Neun Prozent der Firmen glauben, dass die von ihnen beschäftigten Ein-Euro-Jobber „kein Interesse an Arbeit“ haben, sieben Prozent beklagen deren angebliche Unzuverlässigkeit. Sechs Prozent halten Ein-Euro-Jobber für unzureichend qualifiziert, vier Prozent vermissen die „soziale Kompetenz“ der Beschäftigten. Manche Betriebe halten daher die vermittelten Jobsucher nicht einmal für einen Ein-Euro-Job geeignet.

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