Gesetzesänderung Steuererklärung künftig ohne Belege möglich

Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch ein Maßnahmenpaket beschließen, das Steuererklärungen einfacher machen soll.

Die Bundesregierung will an diesem Mittwoch ein Maßnahmenpaket beschließen, das Steuererklärungen einfacher machen soll.© M. Schuppich / Fotolia.com

Bürger brauchen dem Finanzamt bei einer elektronischen Steuererklärung künftig in der Regel keine Belege mehr vorzulegen. Einen entsprechenden Gesetzesentwurf will das Bundeskabinett an diesem Mittwoch auf den Weg bringen.

Die Bürger brauchen dem Finanzamt bei einer elektronischen Steuererklärung künftig in der Regel keine Belege mehr vorzulegen. Nachweise zu Spenden oder Kapitalerträgen sollen von den Sachbearbeitern nur noch in Einzelfällen angefordert werden. Ein entsprechendes Maßnahmenpaket will die Bundesregierung an diesem Mittwoch beschließen. Damit soll das Besteuerungsverfahren in Deutschland vereinfacht und fit für das digitale Zeitalter gemacht werden.

Ziel sei es, dass ein Steuerpflichtiger am Ende seine Daten im elektronischen Steuersystem „Elster“ beim Finanzamt abrufen, prüfen und in seine digitale Steuererklärung übernehmen kann. Außerdem sollen die Steuerprüfer in den Finanzämtern entlasten werden. Sie sollen sich auf größere und komplizierte Fälle konzentrieren.

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Wer dem Computersystem des Fiskus nicht traut, soll aber jederzeit mit einem Klick eine Prüfung durch einen Sachbearbeiter beantragen können. Außerdem soll es Stichproben geben. Dazu soll ein Risikofilter entwickelt werden, der nach noch festzulegenden Kriterien anschlägt – dann greift sich ein Finanzbeamter die verdächtige Steuererklärung heraus.

Neue Abgabefristen für Steuerberater

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte 18 Monate lang mit den Ländern über die Reform verhandelt. Wenn Bundestag und Bundesrat im ersten Halbjahr des kommenden Jahres grünes Licht geben, sollen die neuen Regeln zum 1. Januar 2017 in Kraft treten. Komplett umgesetzt sein soll das Maßnahmenpaket aber erst im Jahr 2022.

Neu geregelt werden auch die Abgabefristen für Steuerberater. Die Profis bekommen zwei Monate mehr Zeit zur Bearbeitung der Erklärungen ihrer Mandanten – müssen aber ein Verspätungsgeld zahlen, wenn sie die Frist versäumen.

1 Kommentar
  • Andreas Reichert 8. Dezember 2015 14:40

    Als Steuerberater bei felix1 begrüße ich die elektronische Steuererklärung, denn es ist unser fehlendes Puzzlestück. Wir arbeiten mit unseren Mandanten in der Regel sowieso 100% digital zusammen. Das macht die Arbeit für beide Parteien sehr viel einfacher. Das postalische Versenden von Belegen kostet einfach nur unnötig Zeit und Geld.

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