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05.12.2011

Unternehmer fragen, Wissenschaftler antworten : Welche Faktoren sind wichtig, damit auch Handwerksbetriebe innovativ sind?

Jörg Schlichting ist Inhaber der EWS "Die Schuhfabrik" in der Lutherstadt Eisleben.
Zoom Jörg Schlichting ist Inhaber der EWS "Die Schuhfabrik" in der Lutherstadt Eisleben.
Jörg Schlichting ist Inhaber der EWS "Die Schuhfabrik" in der Lutherstadt Eisleben. Seine Firma stellt Sicherheitsschuhe her, zum Beispiel für die Feuerwehr. Er fragt, welche Faktoren wichtig sind, damit auch Handwerksbetriebe innovativ sind.

Prof. Dr. Eva Kirner ist Professorin für Management an der HFU Business School der Hochschule Furtwangen

Prof. Dr. Eva Kirner ist Professorin für Management an der HFU Business School der Hochschule Furtwangen
Zoom Prof. Dr. Eva Kirner ist Professorin für Management an der HFU Business School der Hochschule Furtwangen

Zapfen Sie externes Wissen an!

Handwerksbetriebe haben im Grunde das gleiche Problem wie alle Kleinunternehmen: Für Innovationen fehlen oft die Ressourcen. Das kann durch interne Maßnahmen aufgefangen werden, aber mindestens ebenso wichtig sind externe Faktoren. Strecken Sie die Fühler nach allen Seiten aus! In der Umgebung des Unternehmens lauern wichtige Impulse, die Innovationen vorantreiben können. Schränken Sie Ihr Suchfeld dabei nicht zu sehr ein. Denn nicht nur Produkte können innovativ weiterentwickelt werden. Warum nicht eine neue Art von Service einführen? Oder durch neue Organisationsstrukturen eine schnellere Lieferung ermöglichen?

Ideen und Informationen können aus jeder Ecke kommen. Kunden, Lieferanten, Konkurrenten - schließen Sie keine Quellen aus, und gehen Sie gezielt Kooperationen ein. Auch der Mut zu wilden Kombinationen wird oft belohnt. Ein Mitarbeiter erfährt auf einer Abendveranstaltung von einem interessanten neuen Material und erzählt davon. Hier haben Kleinunternehmen dann einen wichtigen Vorteil: Die Informationswege sind sehr kurz. Es gibt im Vergleich zu Großunternehmen weniger Hierarchieebenen, Ideen wandern so schneller weiter. Und: Wenn Innovation von der Unternehmensleitung vorgelebt wird, fühlen sich alle verantwortlich.

Diese Unternehmenskultur muss durch interne Maßnahmen gefördert werden. Impulse von außen sind für kleine Unternehmen immens wichtig. Schotten Sie sich nicht ab, sondern zapfen Sie externes Fachwissen an. Suchen Sie den Kontakt zu anderen Unternehmen oder Forschungseinrichtungen, denn eigene Spezialisten sind teuer. Werden in der Sportwissenschaft etwa neue Federungen für Laufschuhe entwickelt, dann könnten Sie das erste Unternehmen sein, das diese in Schuhen einbaut. Aber dafür müssen Sie stetig Kontakt halten, das kostet Zeit.

Externe Kooperationen einzugehen und am Leben zu erhalten ist aufwendig. Fehlt ein Mitarbeiter einen halben Tag, weil er eine Forschungseinrichtung besucht, dann muss die Arbeit auf weniger Schultern verteilt werden. Wenn ein Kleinunternehmen innovativ sein will, dann muss es dies dennoch priorisieren und langfristige Perspektiven schaffen. Einfacher kann es sein, sich passiv auf dem neuesten Stand der Entwicklung zu halten und aktuelle Trends von außen zu verfolgen. Aber aktive Kooperationsprojekte bringen oft bessere Ergebnisse und für beide Seiten mehr Erfolg. Auch Kooperationen mit Einzelpersonen können fruchtbar sein, wenn im Unternehmen keine Spezialisten vorhanden sind. Zum Beispiel für die Neugestaltung eines Produkts auch mal einen freischaffenden Designer zurate zu ziehen. Die Idee für die nächste Innovation kann von überall kommen. Seien Sie offen dafür.

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Quelle: impulse
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