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09.01.2012

Logistik: Immer auf der grünen Welle

Von: Christian Salewski
simTD-Zentrale: Hier werden die Daten der Versuchsflotte mit weiteren Verkehrsdaten aufbereitet.
Zoom simTD-Zentrale: Hier werden die Daten der Versuchsflotte mit weiteren Verkehrsdaten aufbereitet.
© Niko Wilkesmann für Impulse
impulse Wissen
Was alles möglich wird, wenn Autos sprechen lernen, demonstriert das Projektkonsortium simTD im weltgrößten Feldtest zur vernetzten Mobilität.

Gerade erst hat man beschleunigt, da springt schon die nächste Ampel auf Rot. Bremsen, auskuppeln, ärgern. Jeder Autofahrer kennt die "rote Welle". In Hessen erprobt ein Konsortium in einem aufwendigen Feldtest, wie sich Verkehrsflüsse sicherer und intelligenter lenken lassen als bisher, indem man die Fahrzeuge auf den Straßen miteinander vernetzt.

Car-to-X-Kommunikation heißt das Konzept dahinter. Die Idee klingt einfach, ist aber technisch hochkomplex: Jedes Fahrzeug tauscht in Echtzeit Informationen mit anderen Fahrzeugen und mit Verkehrszentralen aus. Sogar zu Ampeln oder Verkehrszeichen sollen die Autos Kontakt aufnehmen und mit ihnen kommunizieren. Dazu wird eine speziell entwickelte Funktechnik eingesetzt, die auf dem bekannten W-Lan-Standard aufbaut. Das Projekt mit dem sperrigen Namen Sichere Intelligente Mobilität Testfeld Deutschland (simTD) soll so die Sicherheit und Effizienz des Straßenverkehrs erhöhen. Grund genug gibt es: Über 3600 Menschen starben im Jahr 2010 auf deutschen Straßen. Der volkswirtschaftliche Schaden durch Staus wird auf rund 17 Mrd. Euro geschätzt.

Ab dem Frühjahr 2012 wird eine Versuchsflotte aus 120 Fahrzeugen in und um Frankfurt am Main unterwegs sein. Das System soll so unter realen Verkehrsbedingungen auf speziell ausgerüsteten Strecken getestet werden, in der Stadt, auf der Landstraße und auf der Autobahn. Die Daten landen in der simTD-Versuchszentrale und werden dort zusammen mit den herkömmlichen Verkehrsdaten zu einem aktuellen Lagebild aufbereitet.

Was durch die vernetzte Mobilität möglich wird, ist heute schon auf einem eigenen Testgelände zu sehen: Auf einem Display wird der Fahrer vor Baustellen, Hindernissen oder Einsatzfahrzeugen gewarnt, lange bevor er sie sieht. Wetterinformationen erhält er genauso wie Stauwarnungen. Sogenannte Standortinformationsdienste zeigen, in welchem Parkhaus noch Plätze frei sind oder welche Veranstaltungen in der Nähe stattfinden. Vernetzte Leitsysteme reagieren automatisch auf die Dichte des Verkehrs, und Ampeln berechnen selbst die optimale Dauer der Grünphase. Gestresste Autofahrer dürfte aber vor allem der Ampelphasen-Assistent beruhigen. Er zeigt individuell in jedem Autocockpit an, bei welcher Geschwindigkeit aus der roten eine grüne Welle wird.

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