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04.11.2011

Trennung vom Familienbetrieb: "Da hängt viel Herzblut dran"

Von: Nikolaus Förster
Stefanie Schütt ist Direktorin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in München
Zoom Stefanie Schütt ist Direktorin bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG in München
© KPMG
Beraterin Stefanie Schütt arbeitet mit Unternehmen zusammen und begleitet sie bei Transaktionen. Im impulse-Interview spricht sie über Kalkül, Emotionen und überzogene Preisvorstellungen beim Verkauf von Familienfirmen.

impulse: Frau Schütt, Sie begleiten seit Jahren Firmen beim Kauf und Verkauf. Geht es anders zu, wenn Familienunternehmen beteiligt sind?

Bei Familienunternehmern, die ja meist über eine lange Tradition verfügen, hängt verständlicherweise viel Herzblut dran. Auch die Mitarbeiter identifizieren sich in der Regel sehr stark mit dem Unternehmen. Das heißt aber nicht, dass solche Prozesse unprofessionell ablaufen.

impulse: Kommt es vor, dass eine Transaktion in buchstäblich letzter Minute noch platzt?

Ja, selbst wenn alles unterschriftsreif ist, gute Verträge, Klauseln und ein sehr guter Preis verhandelt wurden, kann ein Deal noch scheitern. Damit muss man rechnen - egal ob bei einem Familienunternehmen oder einem börsennotierten DAX-Unternehmen.

impulse: Eine Firma zu verkaufen, die über Generationen hinweg Teil der Familie war, fällt eben schwer.

Ich komme ja selbst aus einem Familienunternehmen und kann das deshalb gut nachvollziehen. Meinem Vater wäre es extrem schwergefallen, sein Unternehmen zu verkaufen. Das hätte sein Lebenswerk zerstört. Schon einen Fremdgeschäftsführer einzusetzen war äußerst schwierig.

impulse: Erleben Sie, wenn es doch zum Verkauf kommt, Trauer bei den Familienunternehmern?

Immer wieder. Schmerzen trifft es wohl eher, schließlich handelt es sich ja um einen Trennungsprozess.

impulse: Das führt aber häufig zu überzogenen Preisvorstellungen.

In dem einen oder anderen Fall mag das so sein, doch um aus dem Bauch heraus getroffene Preisvorstellungen zu relativieren, wird ja in der Regel ein unabhängiger Dritter an Bord geholt, um eine Unternehmensbewertung vorzunehmen.

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Quelle: impulse
© 2011 impulse.de

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