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31.10.2011

Unternehmer fragen, Wissenschaftler antworten: Wie lange sollte ein Unternehmer maximal arbeiten?

Manuel Apitzsch, Gründer des Webportals Hotelsnapper
Zoom Manuel Apitzsch, Gründer des Webportals Hotelsnapper
© impulse
Manuel Apitzsch ist Gründer des Webportals Hotelsnapper und arbeitet meist über 60 Stunden pro Woche. Er fragt: "Wie viel Zeit sollte man als Unternehmer in seiner Firma verbringen?"

Prof. Dr. Renate Rau leitet die Arbeitsgruppe Sozial-, Arbeits- und Organisationspsychologie an der Philipps-Universität Marburg

Nicht mehr als 48 Stunden pro Woche!

Prof. Dr. Renate Rau
Zoom Prof. Dr. Renate Rau
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Die Gedanken kreisen nur noch um die Firma, Sie gewinnen einfach keinen Abstand mehr, Partner und Familie haben kaum noch Platz, ausgleichende Freizeitaktivitäten sowieso nicht? Spätestens dann ist es Zeit, die Reißleine zu ziehen. Sie brauchen Distanzierungszeit. Ein Unternehmer, der nur besteht, wenn er 60- Stunden-Wochen aneinanderreiht, hat kein erfolgreiches Unternehmensmodell, er richtet seine wertvollste Ressource zugrunde: seine psychische und physische Gesundheit.

Wie lange sollten Sie also maximal arbeiten?

Einen guten Richtwert bietet die europäische Arbeitszeitrichtlinie, die besagt, dass die maximale Wochenarbeitszeit 48 Stunden nicht überschreiten soll. Diese Grenze ist recht gut erforscht. Alles, was dauerhaft über 48 Stunden pro Woche liegt, richtet nachweislich gesundheitlichen Schaden an. Unsere Untersuchungen zeigen, dass eine längerfristige Arbeitszeit von mehr als 40 Stunden pro Woche bereits den Blutdruck erhöhen kann. Liegt die Arbeitszeit dauerhaft über 50 Stunden pro Woche, kann das zu massiven Schlafstörungen, zu Depressionen und Angstzuständen führen. Das wiederum wird sich auf Ihren Erfolg als Unternehmer auswirken. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Unternehmer, die ihre Firma als nicht erfolgreich bewerten, verstärkt an vitaler Erschöpfung und Angst leiden.

Im Vergleich zur Gesamtbevölkerung leiden Unternehmer häufiger unter psychischen Beeinträchtigungen.

Wir haben in einer Studie zur psychischen Gesundheit von Inhabern kleiner und mittelständischer Unternehmen in Deutschland, Tschechien und Polen herausgefunden, dass 34 Prozent der Befragten Angstsymptome zeigten. In der Gesamtbevölkerung sind es hingegen knapp sechs Prozent. Betroffen von diesen Symptomen waren vor allem diejenigen, die es aus unterschiedlichen Gründen nicht geschafft haben, sich freie Erholungszeit zu nehmen, in der sie wirklich Distanz zur Arbeit aufbauen konnten. Diejenigen, die als Unternehmer erfolgreich waren, haben sich auch mal von der Firma weggetraut. Sie haben weniger pro Woche gearbeitet und längere Urlaube gemacht.

Ein Urlaub, der wirklich erholt, sollte idealerweise mindestens drei Wochen am Stück dauern.

Erst dann, so zeigen Studien, schalten Sie wirklich ab. Noch besser wäre es, in der ersten Woche einer körperlichen Aktivität nachzugehen, wie etwa zu wandern. Das mag für Gründer zunächst als nicht realisierbar erscheinen, aber Unternehmer sollten lernen, Erholung als wichtige Voraussetzung für ihre Leistungsfähigkeit zu begreifen. Sie schaden sonst den Erfolgsaussichten ihres Unternehmens.

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Quelle: impulse
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