Wie lässt sich ein Familienunternehmen beim Verkauf bewerten? Während Familienmitglieder den Preis aufgrund des emotionalen Wertes in der Regel hoch ansetzen, zeigt sich im Markt eine gegenläufige Tendenz: Familienunternehmen werden meist mit einem Abschlag verkauft. Sie gelten als weniger effizient, weniger professionell, weniger erfolgreich - auch wenn diese niedrigeren Bewertungen den Erkenntnissen der Forschung widersprechen: Meist zeigen Familienunternehmen eine bessere wirtschaftliche Performance als andere Firmen. Wie kann das sein?
Bislang hat sich die Forschung kaum mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen der Einfluss einer Familie auf die Unternehmensbewertung hat. Die Autoren Oliver Ahlers, Andreas Hack und Franz Kellermanns von der WHU - Otto Beisheim School of Management in Vallendar und der University of Tennessee schlagen deshalb das Konzept eines Family Firm Acquisition Value (FFAV) vor, das bei der Unternehmensbewertung - anders als etwa der statische 3Discounted Cashflow - stärker auf künftige Entscheidungen und Handlungsmöglichkeiten des Managements abhebt. Die Autoren beschreiben, welche Auswirkungen der Ausstieg einer Familie bei der Unternehmenswertberechnung haben kann. Sie berücksichtigen vor allem drei Aspekte:
- die Chancen, die sich für das Unternehmen ergeben, sobald die Familie das Unternehmen verlassen hat (sogenannte NonFamily Options, NFOs)
- die Risiken, die sich für das Unternehmen ergeben, sobald die Familie das Unternehmen verlassen hat (sogenannte Family Options at Risk, FOaRs)
- und die Maßnahmen, mit denen sich dieses Risiko begrenzen lässt (sogenannte Risk Mitigation Measures, RMM).
Quelle: impulse
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