Auto Mit dem Rad geht’s schneller - Seite 2

Die Räder sind nicht nur praktisch, sondern auch vergleichsweise günstig. „Ein Auto kommt für kurze Touren und wenig Gepäck viel zu teuer“, sagt Architekt Stienen. Pflegedienstchef Matosevic konnte durch den Wechsel vom Auto zum Fahrrad die Marge seines Unternehmens stabilisieren: „Die Pflegesätze sind äußerst knapp kalkuliert, angesichts steigender Kosten bleibt inzwischen unter dem Strich nur sehr wenig übrig.“

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Er hat die Alternativen durchgerechnet: Der Anschaffungspreis eines Autos liegt bei 10 000 Euro aufwärts. Hinzu kommen die laufenden Kosten für Steuern, und Versicherung sowie für Sprit, Wartung und Ersatzteile. Ein Lastenrad kostet je nach Größe und Ausstattung meist zwischen 3000 und 7000 Euro. Steuerfrei ist es sowieso, und für Versicherung und Reparaturen sind lediglich zwischen 30 und 50 Euro monatlich einzukalkulieren. Seit Matosevic im Frühjahr 2014 zunächst ein Auto durch ein E-Bike ersetzte, spart er rund 600 Euro im Monat. Der nächste Tausch eines Wagens gegen ein Fahrrad steht in Kürze an – seine Mitarbeiter unterstützen die Entscheidung.

Installateur Röhm zieht ebenfalls eine positive Bilanz: „Ich habe im vergangenen Jahr für alle Räder zusammen nicht einmal 1000 Euro für Versicherung und Wartung ausgegeben.“ Ein Miniposten im Jahresabschluss. Auch steuerlich machen sich die Räder bezahlt: Bei ausschließlich betrieblicher Nutzung kann ein Unternehmer die Kosten vollständig vom Gewinn abziehen – wie bei einem Kraftfahrzeug. Dürfen die Mitarbeiter die Fahrräder zusätzlich privat nutzen, werden diese seit 2012 steuerlich ebenfalls wie Autos behandelt. Heißt: Der Arbeitgeber muss jeden Monat pauschal 1 Prozent des Listenpreises auf das zu versteuernde Einkommen des Beschäftigten draufschlagen.

Vor allem bei den relativ teuren Modellen mit Elektroantrieb lohnt es sich oftmals, die Räder zu leasen statt zu kaufen. Die monatlichen Raten lassen sich als Nutzungsentschädigung beim Finanzamt als Betriebskosten geltend machen. Voraussetzung für die volle steuerliche Abzugsfähigkeit: Der Leasingnehmer darf nicht wirtschaftlicher Eigentümer des Gegenstands sein.

Leasen oder kaufen?

Entscheidet sich der Unternehmer für den Kauf, darf er die Anschaffungskosten nur verteilt über die voraussichtliche Nutzungsdauer des Wirtschaftsguts abschreiben. Bei Leasingverträgen müssen sich Firmenchefs nicht an diese Regel halten: Auch kürzere Lauf- und damit Abschreibungszeiten sind möglich. Ist der Leasingvertrag fällig, wird das alte Rad einfach gegen ein neues getauscht.

Antrag und Abschluss des Mietkaufvertrags erfolgen fast immer über die Fahrradanbieter. Auf Wunsch ergänzen Anbieter mitunter ihren Finanzierungservice um Wartungsverträge und bieten auch die richtige Versicherung des Rads beziehungsweise des Fuhrparks an. Die Ersparnis von Zeit und Kosten, Umweltschutz und Imagegewinn sind starke Argumente für das Fahrrad. Vollständig ersetzen kann es den motorisierten Transporter aber nicht. Wer große Lasten zu transportieren hat oder im ländlichen Raum tätig ist, kann E-Bikes allenfalls als Ergänzung nutzen. „Wir brauchen Autos, um Möbel zu transportieren. Trotzdem versuchen wir, so viel wie möglich aufs Rad zu bringen“, sagt Architekt Stienen. Auch die Installateure aus Bremen haben ein Auto als Back-up. Sich hinters Steuer zu setzen, bloß weil es ein bisschen regnet, ist bei den Dienstradlern aus der Hansestadt jedoch verpönt: „Davon lässt sich ein echter Handwerksbursche doch nicht aus dem Tritt bringen“, sagt Firmeninhaber Röhm.

 

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