Diverses 1. Schritt: Energieverbauch feststellen

Bevor Sie umfangreiche Energiesparkonzepte in Ihrem Haus oder Ihrem Unternehmen realisieren wollen, ist es wichtig, erst einmal eine Gesamtstrategie zu entwerfen. Erster Schritt ist dabei, sich einen Überblick über den Gesamtenergieverbrauch zu verschaffen. Dabei müssen sämtliche Energieverbraucher (Strom, Heizung, Warmwasser) aufgelistet werden.

Beantworten Sie folgende Fragen:

  • Wie viel Energie (Strom, Gas, Fernwärme usw.) wird dem Haushalt/Unternehmen zugeführt?
  • Wie viel Energie wird im Haushalt/Unternehmen eventuell selber produziert?
  • Wie viel Energie verliert der Haushalt/das Unternehmen, zum Beispiel durch ineffiziente Belüftung oder mangelhafte Wärmedämmung?
  • Wie viel Energie verliert das Unternehmen durch ungenutzte Abwärme von Produktionsprozessen?

Die Daten sollten über mehrere Monate gesammelt und daraus Durchschnittswerte gebildet werden, um Ausreißer nach oben (z.B. Saisonhoch) oder unten (z.B. Betriebsferien) auszuschließen. Mit den Durchschnittswerten lassen sich auch Vergleiche mit anderen Haushalten und gleichartigen Betrieben besser durchführen.

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In einem Unternehmen kann das Erfassen entweder der Chef selber übernehmen, oder er beauftragt damit einen fähigen und durchsetzungsfähigen Mitarbeiter, der kraft seiner Stellung im Betrieb (Abteilungsleiter oder Meister) die notwendigen Informationen auch erhält. In größeren Betrieben ist es eventuell ratsam, damit eine Arbeitsgruppe zu beauftragen oder sogar die ständige Stelle eines Energiebeauftragten mit entsprechender Qualifizierung zu schaffen.

Durch Befragen der Mitarbeiter tritt auch als willkommener Nebeneffekt gleich deren Einstellung zum Thema Energiesparen zu Tage und/oder sie werden für diese Einsparnotwendigkeit sensibilisiert.

Bei der Ermittlung des Ist-Zustandes müssen auch die Energielieferverträge genauer untersucht werden. Denn oftmals ist es so, dass irgendwann vor vielen Jahren die Verträge mit den EVUs abgeschlossen wurden, aber dann nie mehr den eventuell veränderten Bedingungen im Unternehmen angepasst wurden. Von sich aus sind die EVUs nicht verpflichtet, Firmenkunden, die in der Regel Sonderverträge haben, zu den günstigsten Bedingungen mit Energie zu beliefern.

Geringer Aufwand – große Wirkung

Folgende Schritte helfen Ihnen, den Ist-Zustand besser zu beschreiben und schon mit geringen technischen Änderungen Energie zu sparen.

  • Lassen Sie zur genauen Erfassung des Energieverbrauchs Energieleistungsmesser (z.B. Zähluhren) einbauen.
  • Nutzen Sie alle Möglichkeiten zur Verbesserung des Wirkungsgrades (optimale Betriebsweise) oder Regelung (optimale Brennereinstellung).
  • Überprüfen Sie bei allen Wartungs- und Reparaturarbeiten, ob Firmen mit Wartungsverträgen billiger arbeiten als eigene Mitarbeiter.
  • Lassen Sie Heizungsanlagen vor jeder Heizperiode auf Kesselstein und das Leitungsnetz
  • auf Undichtigkeiten überprüfen.
  • Lassen Sie das Leitungsnetz permanent überprüfen und Schäden an Ventilen, Rohrverbindungen sowie Isolierungen sofort reparieren.
  • Benutzen Sie bei Einsatz von Luftfilteranlagen Langzeit- oder Großflächenfilter, um häufige und teure Wechsel zu vermeiden.
  • Überprüfen Sie in Wohn- und Büroräumen, ob Heizkörper die Wärme ungehindert abgeben können.
  • Geht die Beleuchtung häufig defekt, sollte geprüft werden, ob die Stromspannung zu sehr schwankt oder die Voltzahl zu hoch ist.
  • Vorschaltgeräte für Leuchtstofflampen oder neue Dreibandenlampen tragen bei der Beleuchtung zu erheblichem Minderverbrauch bei.
  • Erstellen Sie für jeden Tag des Jahres einen Beleuchtungs- und Heizplan.
  • Vermeiden Sie unnötigen Leerlaufverbrauch von Maschinen. Elektromotoren lassen sich durch geeignete Regelungstechniken (Maximumwächter) produktionsspezifisch einsetzen.

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