Diverses 1850 neue Geheimkonten entdeckt

Der Steuerskandal um Schwarzgeldkonten in Liechtenstein geht weiter: Nach Kunden der LGT Bank geraten nun auch Kontoinhaber bei der Liechtensteiner Landesbank (LLB) ins Visier der Behörden. Und wieder soll ein Bankmitarbeiter Belege kopiert haben. Was genau passiert ist, wie Steuerbetrug bekämpft wird und was Unternehmer beachten müssen, lesen Sie im folgenden Dossier.

Erneut stehen Steuersünder im Visier der Justiz: Dem Landgericht Rostock sollen seit Freitag Belege für 1.850 bisher unbekannte Konten deutscher Steuersünder vorliegen – diesmal offenbar Kunden der Liechtensteinischen Landesbank (LLB). Und wieder soll ein Angestellter heimlich die brisanten interne Belege kopiert und die Bank damit erpresst haben: Gegen Zahlung von 9 Millionen Euro hatte die LLB bereits 1.600 von 2.300 Datensätzen zurückerhalten.

Bereits im Februar standen deutsche Kunden bei Liechtensteiner Banken im Blickpunkt. Damals war bekannt geworden, dass der Bundesnachrichtendienst für 4,6 Millionen Euro die Daten von 1.400 deutschen Kunden der LGT Bank erworben hatte. Seitdem ermitteln die Staatsanwälte gegen rund 700 Personen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Prominentester Beschuldigter ist Ex-Post-Chef Klaus Zumwinkel. In einem ersten Verfahren war ein Immobilienkaufmann kürzlich zu einer Bewährungsstrafe und einer Geldbuße von 7,5 Millionen Euro verurteilt worden.

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Das Bundesfinanzministerium erhofft sich von den möglicherweise bevorstehenden Ermittlungen gegen LLB-Kunden einen neuerlichen Geldsegen. Die Rostocker Staatsanwaltschaft muss aber zunächst prüfen, ob die Zinserträge aus den Vermögen der LLB-Kunden in Deutschland versteuert wurden.

Steuerberater in der Pflicht

Ihr Vorgehen gegen illegale Geldgeschäfte hatte die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Liechtenstein-Affäre bereits im Februar verschärft: So ist der Druck auf die Geldhäuser in Steueroasen seitdem deutlich gewachsen. Zeigen sie sich gegenüber den fremden Steuerfahndern nicht kooperativ, verfolgen Zielfahnder Verdächtige auch schon einmal bis zu den Banken selbst.

Das folgende Dossier fasst die Steuerrechte und -pflichten zusammen – und zeigt, was der Schritt in die Steuerehrlichkeit kostet und welche Chancen und Risiken bestehen. Außerdem können Sie online testen, wie gut Ihr Steuerberater ist. Und mehr zum Thema lesen Sie außerdem bei der Financial Times Deutschland

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In Zusammenarbeit mit der „Financial Times Deutschland“

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