Diverses 19 Prozent – schon alles im Griff?

Was Unternehmer jetzt tun müssen, damit die Erhöhung der Umsatzsteuer im nächsten Jahr nicht zu Lasten der Firmenkasse geht.

In diesen Wochen ist Michael Krines dauernd auf Achse. Der Inhaber eines Geschäfts für Bademoden und Dessous schwört seine Lieferanten auf die Erhöhung der Umsatzsteuer ein. „Da müssen Handel und Industrie an einem Strang ziehen, sonst sieht es düster aus“, meint der Münchner Unternehmer und Vizepräsident des bayerischen Einzelhandelsverbands. Klar ist: „Der Handel kann Preiserhöhungen bei dem gegenwärtigen Konsumklima kaum durchsetzen. Die Hersteller müssen uns entgegenkommen.“

In der Tat: Trotz aller Warnungen aus dem Unternehmerlager und gegen den Rat der Wirtschaftsexperten peitscht Schwarz-Rot die größte Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland durch. Die Anhebung des allgemeinen Mehrwertsteuersatzes von 16 auf 19 Prozent soll satte 20 Milliarden Euro in die Staatskassen spülen. „Das kostet Wachstum“, prognostiziert Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln.

Anzeige

Differenziert kalkulieren

Zahlen soll die Zeche der Endverbraucher, eintreiben müssen sie vor allem Einzelhandel, Handwerk, Gastronomie und Touristik. Denn diese Branchen haben die Preise einschließlich Umsatzsteuer auszuzeichnen. Problem dabei: Sie können nicht einfach per Schema F drei Prozent auf ihre bisherigen Preise draufschlagen. Wer etwa 50 Prozent Handelsspanne erwirtschaften will, arbeitet heute mit 176 Prozent Aufschlag auf die Einkaufspreise. Ab 2007 sind es fast 194 Prozent. „Das ist die Kalkulationsarithmetik im Handel“, bestätigt Andreas Kaapke vom Kölner Institut für Handelsforschung.

Für Unternehmer, die nicht an Endverbraucher liefern, sollte die höhere Umsatzsteuer eigentlich kein Problem sein. Ist sie doch nicht mehr als ein durchlaufender Posten. Aber Vorsicht: In der Übergangsphase von 16 auf 19 Prozent müssen alle Unternehmen – also auch diese Firmen – zusehen, dass die Steuererhöhung nicht zu ihren Lasten geht. Das betrifft zum Beispiel langfristige Verträge und nachträgliche Erlösschmälerungen.

„Wer hier nicht aufpasst, zahlt spätestens bei der nächsten Betriebsprüfung drauf“, warnt Matthias Winter, Umsatzsteuer­experte bei Flick Gocke Schaumburg in Bonn. impulse zeigt, worauf es bei Preiskalkulation und Buchführungsorganisation ankommt.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 08/2006, Seite 78, nachlesen.

Neugierig geworden, aber noch kein Heft-Abonnent? Dann Geschenk auswählen und online abonnieren

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...