Diverses 250.000 Jobs stehen auf dem Spiel

Egal ob Handwerk, Industrie oder Gastgewerbe: Quer durch alle Branchen macht der Abschwung den Unternehmen zu schaffen. Der Mittelstand rechnet 2009 mit einem Umsatzminus und dem Verlust von 250.000 Jobs. Dennoch stehen KMUs besser da als Großkonzerne.

Die rund 4,5 Millionen Mittelständler in Deutschland prognostizieren für 2009 im Schnitt ein Umsatzminus von nominal zwei Prozent, zeigt der am Dienstag veröffentlichte Jahresmittelstandsbericht.

„Finanzkrise und Rezession gehen auch am Mittelstand nicht spurlos vorbei“, sagte der Präsident des Gastgewerbeverbandes Dehoga, Ernst Fischer. Eine Viertel Million Jobs bei kleinen und mittleren Firmen (KMUs) sei bedroht. Dennoch sei die Lage besser als im Vergleich zur Gesamtwirtschaft. Hier erwartet die Regierung 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um sechs Prozent.

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Exportnahe Betriebe leiden aufgrund der weltweiten Konjunkturflaute deutlich stärker als binnenmarktorientierte Dienstleister, so ein weiteres Ergebnis des Berichts. Unterm Strich springe im laufenden Jahr bei keiner Sparte ein Umsatzplus heraus. Bereinigt um Preisveränderungen dürften die Erlöse insgesamt sogar um rund drei Prozent sinken.

Personalbestand besser als in der Gesamtwirtschaft

Trotz der schwierigen Auftragslage seien die Betriebe bemüht, Facharbeiter so lange wie möglich zu halten. Der Personalbestand liege mit rund 32 Millionen noch deutlich über dem Niveau der Rezessionsjahre bis 2005 und entwickle sich besser als in der Gesamtwirtschaft, sagte Fischer. Die führenden Forschungsinstitute haben für ganz Deutschland 2009 den Abbau von mehr als einer Million Arbeitsplätze vorausgesagt.

Der Jahresbericht der Arbeitsgemeinschaft Mittelstand stützt sich auf Umfragen aus neun Wirtschaftsverbänden. Diese plädieren für die Abschaffung der sogenannten kalten Progression. Diese tritt ein, wenn mit steigendem Einkommen höhere Steuersätze
fällig werden und Lohnerhöhungen somit aufgefressen werden. Zudem kritisierten die Mittelständler die Einbeziehung von Mieten und Pachten bei der Gewerbesteuer und forderten einen lockereren Kündigungsschutz.

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