Diverses 48 Euro gegen die Angst!

Große Worte und nichts dahinter: Die Koalition lobt ihr zweites Konjunkturpaket als großen Wurf. Begründung: Mit dem 50-Milliarden-Euro-Paket gebe man den Menschen Zuversicht. Weit gefehlt, wie impulse-Politikchef Dirk Horstkötter bei genauerer Betrachtung der Maßnahmen zeigt. Sein Fazit: Die Bürger haben nichts davon.

Große Worte in der kalten Berliner Nacht: Das Konjunkturpaket der Regierung, so sprach SPD-Fraktionschef Peter Struck, sei ein „guter Tag für Deutschland.“ Die genaue Begründung schob sein Unionskollege Volker Kauder hinterher: 50 Milliarden Euro Volumen – „es gibt den Menschen Zuversicht“, meint er. Es wäre der Portemonnaie-Effekt: Je dicker die Marie, desto weniger Zukunftsangst.

Nun ja, ich bin mir da nicht so sicher. Aber ich mache mich gleichwohl mutig ran, wenigstens mal den künftigen Umfang meiner Geldbörse zu bestimmen.

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Fangen wir mit den Steuererleichterungen an. Mein Berater hat natürlich noch nicht das aktualisierte Computer-Rechenprogramm. Er ermittelt aber in Pi-Mal-Daumen-Tabellen-Manier eine Entlastung von etwa 240 Euro im Jahr – macht also einen 20er im Monat. Ganz ehrlich: Nach dem ganzen CSU-Steuerrebellentum hatte man anderes erwartet.

Aber immerhin gibt es ja noch den von der SPD erworbenen Kinderbonus von 100 Euro. In der Eile hatte ich das als monatlichen Zuschuss eingepreist – ist aber leider für das ganze Jahr gemeint. Schnell gerechnet: Als Vater zweier Kinder bleiben mir 16,66 Euro im Monat extra.

Nun könnte das zusammen mit den sinkenden Krankenkassenbeiträgen noch ein optimistisches Zahlenwerk werden. Meine Hoffnung ist nach der Betätigung des Taschenrechners schnell dahin. Die Beitragsatzabsenkung von 0,3 Prozentpunkten (die übrigen 0,3 Prozentpunkte sind für den Arbeitgeber) bringt mir eine monatliche Ersparnis von 11 Euro.

Richtig fett ist dagegen die Autoabwrackprämie von 2500 Euro. Eigentlich passt fast alles – das Familienauto wird zusehend klappriger und geht ins elfte Lebensjahr. Dumm nur, dass unterm Weihnachtsbaum sportliche Vorsätze geboren wurden – und ich deshalb zur Zeit nicht die Anzeigen der Auto- sondern die der Fahrradhändler sorgsam beäuge.

Fassen wir zusammen. Wenn es alles so kommt, wie in der gestrigen Nacht versprochen, wird die Familie mit einem monatlichen Extra von 47,66 Euro in das schwärzeste Jahr überhaupt ziehen. Mich beschleicht das Gefühl, dass Zuversicht doch nicht so schnell zurückkehrt.

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