Diverses 99 Tipps zum Jahresende

Acht Wochen noch haben Unternehmer und private Investoren Zeit, um die Steuern 2008 zu drücken. impulse verrät die besten Sparchancen zum Jahreswechsel - und zeigt, wie Firmenchefs, Vermieter und Kapitalanleger profitieren.

Firmenchef Frank Dannenberg macht das Beste aus der Steuerreform. Trotz ordentlichen Gewinns wird er weniger an das Finanzamt überweisen. Denn der Metallbauer aus Wolgast an der Ostsee nutzt die Möglichkeiten der neuen Gewinnrücklage voll aus. „Eine Ersparnis im sechsstelligen Bereich“, freut sich der Unternehmer.

Nur eine von 99 Möglichkeiten, die Steuerlast 2008 entscheidend zu drücken. Wo und wie Firmenchefs, private Investoren und Familien ansetzen können, hat impulse mit Top-Experten zusammengestellt. Das Sparpotenzial reicht von einigen hundert Euro bei der Haushaltshilfe bis hin zu Millionenbeträgen beim Übertragen von Unternehmensanteilen an die Kinder. Die Zeit drängt. „Ausgaben vorziehen, Erträge verlagern und zum letzten Mal Vermögen zu Spitzenkonditionen in der Familie weiterreichen“, gibt Steuerberater Richard Markl von der Münchner Kanzlei RP Richter und Partner die Marschrichtung vor.

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Insbesondere Firmenchefs und vermögende Familien müssen jetzt die Steuerweichen neu stellen. Um etwa die vollen Vorteile der Unternehmensteuerreform zu nutzen. So prüfen sie jetzt, ob
sie mit einer Personenfirma noch optimal aufgestellt sind. Besonders sehr ertragreiche Firmen, die große Teile des Gewinns für Investitionen und Wachstum im Unternehmen ansammeln, sind mit einer GmbH besser dran. Denn die Gewinne von Kapitalgesellschaften kosten nur noch knapp 30 Prozent Steuern statt wie bisher 40 Prozent, Gewerbesteuer inklusive.

Akuter Handlungsbedarf

Auch Kapitalanleger sollten sich auf neue Spielregeln einrichten. Wer etwa ab 2009 Aktien kauft, zahlt für Kursgewinne immer 25 Prozent Abgeltungsteuer. Also prüfen mutige Investoren, ob sie trotz der Börsenturbulenzen einsteigen. Dann haben sie spätere Gewinne steuerfrei.

Besonders brisant: Ab dem nächsten Jahr wird das Schenken und Vererben voraussichtlich deutlich teurer. Wer Immobilien oder Firmenanteile nach altem Recht übertragen will, muss sich sputen. Experte Markl: „Sofort Verträge vorbereiten und Notartermine sichern.“

1

Autokauf vorziehen. Ab 2009 sollen Firmenchefs bei der Anschaffung von Firmenwagen nur noch die Hälfte der Umsatzsteuer als Vorsteuer abziehen dürfen. Sobald Berlin dies beschlossen hat, Käufe vorziehen. ✱ ✱

2

Optimal leasen. Wenn nicht Kauf, sondern Leasing von Firmenwagen ansteht: Hohe Einmalzahlung mit der Leasing-Firma vereinbaren und sofort abziehen. Funktioniert bei Freiberuflern und Kleinunternehmen, die den Gewinn per Einnahmen-Überschuss-Rechnung ermitteln. Auch bei GmbH-Chefs, die das Auto an die Firma vermieten. Von der Einmalzahlung ist allerdings nur der Teil absetzbar, der auf betriebliche Fahrten entfällt. Deshalb das Auto im November und Dezember allein für die Firma nutzen. ✱

3
Minijob hilft. Für Kinder bis 14 Jahre setzen die Eltern private Betreuungskosten bei der Steuer ab – wenn beide Ehepartner berufstätig sind. Deshalb Ehegatten im eigenen Betrieb per Minijob beschäftigen. ✱

4
Investieren und sparen. Firmenchefs, die in der Bilanz 2006 Geld für Investitionen zurückgelegt haben (Ansparabschreibung), können jetzt entscheiden: Wenn sie bis Jahresultimo Anlagegüter kaufen oder herstellen, haben sie die seinerzeit verbuchten Steuervorteile sicher. Wenn sie dagegen nicht investieren, müssen sie die Rücklage auflösen und versteuern. ✱ ✱

5
Kosten verteilen. Bei Kleininvestitionen über 150 Euro und bis 1000 Euro (ohne Umsatzsteuer) bildet die Finanzbuchhaltung jetzt einen separaten Sonderposten (Pool) und verteilt die Gesamtkosten über fünf Jahre. Lohnt für Anlagegüter, die nach den amtlichen Tabellen länger als fünf Jahre abzuschreiben wären, etwa Büromöbel (13 Jahre) oder Telefonanlagen (acht Jahre). ✱

6
Gewinnrücklage nutzen.
Einzelunternehmer und Personen­gesell­schafter wie Frank Dannenberg können erstmals in der Bilanz 2008 von Sonderkonditionen profitieren. Gewinne, die sie in der Bilanz stehen lassen, kosten statt bis zu 45 Prozent nur 28,25 Prozent Einkommensteuer. Allerdings nur so lange, wie das Geld in der Firma arbeitet. Spätere Entnahmen kosten 25 Prozent Strafsteuer.

7
Entnahmen steuern. Wer die neue Gewinnrücklage nutzen will, rechnet jetzt hoch, wie der Gewinn des laufenden Geschäftsjahres ausfällt. Und entscheidet dann mit Blick auf die
geplanten Investitionen 2009, wie viel davon in der Firma bleibt und wie viel Geld für Privatentnahmen jetzt noch zur Verfügung steht. ✱ ✱

8
Eigenkapital auskehren. Bevor der Firmenchef eine Gewinnrücklage nach neuem Muster in die Bilanz stellt, sollte er das Kapitalkonto so weit wie möglich abräumen. Denn: Zieht der Unternehmer demnächst mehr Geld aus der Firma, als er an Gewinn gemacht hat, unterstellt das Finanzamt, dass die zusätzliche Entnahme aus der neuen Gewinnrücklage stammt. Und kassiert 25 Prozent extra. ✱ ✱

9
Gewinn bilanzieren. Auch Freiberufler dürfen die neue Gewinnrücklage seit 2008 nutzen. Freilich nur dann, wenn sie sich von ihrer gewohnten Einnahmen-Überschuss-Rechnung verabschieden und den Gewinn per Bilanz ermitteln. ✱ ✱ ✱

10
Sofort abschreiben. Die Kosten für die Anschaffung von kleinen Bürogeräten, Maschinen oder Werkzeugen sind auf einen Schlag als Betriebsausgabe absetzbar. Aber nur bei Kaufpreisen bis 150 Euro (ohne Umsatzsteuer). ✱

11
Mehr bezahlen, schneller sparen. Kleininvestitionen (bis 1000 Euro) wie PCs, Notebooks oder Bildschirme sind immer über fünf Jahre abzuschreiben – auch wenn die Firma die Geräte nach zwei oder drei Jahren ausmustert. Deshalb: Bei Anschaffungskosten knapp unter 1000 Euro zum nächstgrößeren Modell greifen, doppelt so schnell abschreiben und Steuern sparen. ✱

12
Methode wechseln. Firmenchefs, die Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge bislang degressiv (höchstens 30 Prozent) abgeschrieben haben, lassen jetzt prüfen, ob der Wechsel zur linearen Methode lohnt. Ist zum Beispiel bei Pkws (Abschreibungsdauer: sechs Jahre) bereits nach drei Jahren der Fall. ✱ ✱

13
Extra-Abschreibung planen. Maschinen und Anlagen, die der Firmenchef wegen voller Auftragsbücher im Mehrschichtbetrieb laufen lässt, darf er schneller abschreiben. Bei Doppelschicht 25 Prozent und bei Dreischichtbetrieb 50 Prozent. ✱ ✱ ✱

14
Sonderabschreibung nutzen. Firmenchefs mit höchstens 235.000 Euro Betriebsvermögen in der Bilanz (Freiberufler: 100. 000 Euro Gewinn) ziehen bei Investitionen 20 Prozent der Kosten vom Gewinn ab. Sofort oder in fünf gleichen Jahresraten. ✱ ✱ ✱

15
Baurechnungen aufsplitten. Haben Unternehmer ein neues Firmengebäude hochgezogen, rechnen sie alle Betriebsvorrichtungen aus den Rechnungen der Baufirmen heraus. Etwa Arbeitsbühnen, Alarmanlagen, Ladeneinbauten oder Kühlanlagen. Diese Teile können sie binnen zehn bis 15 Jahren statt in 33 Jahren abschreiben. ✱ ✱ ✱

16
Zweitbüro einbauen. Firmenchefs, die im neuen Eigenheim gleich ein Arbeitszimmer mit eingebaut haben, schlagen das private Haus nur für die Umsatzsteuer komplett dem Unternehmen zu. Dann bekommen sie die Vorsteuer aus allen Handwerkerrechnungen zurück. Allerdings kostet die Nutzung der privaten Räume 19 Prozent Umsatzsteuer auf ein Zehntel der anteiligen Gebäudeabschreibung. ✱

17
Personalabbau kalkulieren. Muss der Firmenchef im nächsten Jahr wegen der schwächeren Konjunktur Personal abbauen, sollte er den notwendigen Sozialplan noch bis zum Ende des Jahres mit dem Betriebsrat festzurren. Nur so kann er die späteren Kosten bereits in der kommenden Bilanz als Rückstellung einbuchen. ✱ ✱

18
Bilanz bereinigen. Zeichnen sich schwache Gewinne oder gar Verluste ab, nutzen Firmenchefs die Gelegenheit, um nicht notwendiges Betriebsvermögen in den privaten Bereich zu schaufeln. Etwa Firmenimmobilien, Pkws, Büromöbel oder Computer. Dafür fallen in gewinnarmen Zeiten keine oder nur geringe Steuern an. ✱ ✱

19
Risiken einkalkulieren. Vorsichtige Unternehmer schätzen das Risiko, dass sie aus Gründen der Gewährleistung, Schadenersatz oder Kulanz in Anspruch genommen werden, und bilden eine entsprechende Rückstellung in der Bilanz. Sie können dazu pauschal 0,5 Prozent des Umsatzes verbuchen oder die Risiken jedes einzelnen Geschäftsvorfalls individuell bewerten. ✱ ✱

20
Resturlaub bewerten. Zum Jahresende noch nicht genommener Urlaub der Mitarbeiter gehört in eine separate Rückstellung. In die Bilanz müssen die später fälligen Gehälter für den Resturlaub plus die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung. ✱ ✱

21
Mit Darlehen sparen. Für Investi­tionen vereinbaren Firmenchefs mit liquiden Angehörigen noch in diesem Jahr besondere Kredite. Und zwar solche, die erst Jahre später verzinst werden – nach dem Muster von Zerobonds. Der besondere Vorteil: Die Firma zahlt die Zinsen erst viel später, setzt sie aber laufend ab. Und spart so Jahr für Jahr bis zu 45 Prozent Steuern. ✱

22
Reparaturen vorziehen. Soll der Gewinn gedrückt werden, schnell noch Handwerker für Reparaturen an Firmengebäuden oder im Maschinenpark bestellen. Selbst wenn die Arbeiten nicht mehr in diesem Jahr beendet werden, ist eine ordentliche Zwischenrechnung drin. Alternative: Firmenchefs schätzen den Aufwand und packen ihn in eine Rückstellung für unterlassene Reparaturen. Die Arbeiten müssen bis zum 31. März 2009 erledigt sein. ✱ ✱

23
Mehr abschreiben. Hat ein GmbH-Chef in diesem Jahr eine andere Kapitalgesellschaft übernommen, bestimmt er die Werte von Immobilien, Maschinen oder Vorräten neu. Ob Bilanz- oder Verkehrswert oder ein Wert dazwischen – alles ist erlaubt. Auf diese Weise verschafft er sich das Abschreibungspotenzial, das er braucht, um Gewinne und Steuern zu drücken. ✱ ✱ ✱

24
Überstunden zählen. GmbH-Chefs rechnen jetzt nach, wie oft sie nachts oder an Sonn- und Feiertagen im Einsatz waren. Denn sie können oft Teile ihres Gehalts steuerfrei einstreichen, wenn sie auch leitenden Angestellten die Mehrarbeit extra vergüten. ✱

25
Gewinne parken. Firmenchefs, die mit einer Personenfirma unterwegs sind, parken Gewinne aus dem Verkauf von Firmenimmobilien in einer speziellen Rücklage in der Bilanz. Maximal vier Jahre. Die Beträge stecken sie dann wieder in Betriebsgebäude oder in Beteiligungen. ✱ ✱

26
Archivkosten absetzen. Weil Unternehmer Bücher, Verträge, Korrespondenz über Jahre aufbewahren müssen, sollten sie in der Bilanz eine Steuer sparende Rückstellung für die Kosten der Archivierung bilden. Das betrifft Mieten, Wartung für die EDV oder Abschreibungen für die Regale. ✱

27
Aktienverluste halbieren. Gehören Aktien zu den Finanzreserven des Unternehmens, checkt der Chef, was die Papiere nach den Crash-Wochen wert sind. Bei Kursen deutlich unter Einstandspreis ist eine Steuer sparende Teilwertabschreibung drin. ✱ ✱

28
Außenstände bewerten. Bei abflauender Konjunktur jetzt wieder wichtiger: Besteht die Gefahr, dass die Kunden nicht mehr komplett zahlen, rechnen vorsichtige Firmenchefs einen Abschlag ein. Und zwar grundsätzlich drei Prozent von allen Rechnungen. Daneben noch 40 bis 50 Prozent der Rechnungssumme von Kunden, die auch nach der zweiten Mahnung immer noch nicht bezahlt haben. ✱ ✱

29
Planen mit Gewinn.
Elke und Markus Maxein finanzieren Steuer schonend. Generell gilt: Unternehmer mit höchstens 235 000 Euro Eigenkapital in der Bilanz (Freiberufler: Gewinn 100. 000 Euro) können bis zu 40 Prozent der Kosten für in den nächsten drei Jahren geplante Investi­tionen vorab geltend machen. Dieser „Investionsabzugsbetrag“ darf sich maximal auf 200.000 Euro belaufen.

30
Vorräte bewerten.
Liegen im Betrieb zu hohe Bestände an Waren, Zubehör, Rohstoffen oder Halbfabrikaten, bewerten vorsichtige Firmenchefs die Vorräte für die Bilanz neu. Einzelhandelsunternehmer wie Gerhard Wöhrl prüfen dabei vor allem, wie es um die Absatz- und Gewinnchancen bei Modeartikeln steht. Falls Verluste drohen, sind Teilwertabschreibungen auf das Warenlager im Jahresabschluss fällig.

31
Beteiligungen abspecken. Bringt eine Beteiligung an einer anderen Firma nicht mehr das, was sie bringen muss, rechnet der Unternehmer den Bilanzwert kräftig runter. ✱ ✱

32
Reisekosten absetzen. Haben Firmenchefs Dienstreisen mit Privatvergnügen kombiniert, setzen sie gleichwohl einen Teil der Kosten ab. Und zwar mindestens Hotel und Verpflegung für die eindeutig beruflich genutzten Tage. Die Fahrtkosten teilen sie im Verhältnis Beruf zu Freizeit auf. Den betrieblichen Anteil ziehen sie ab. ✱

33
Fahrtenbuch führen. Nutzt der Chef ein teures Fahrzeug überwiegend für betriebliche Touren, führt er am besten ein Fahrtenbuch. Dann kann er den größten Teil der Autokosten absetzen. Wem das zu lästig ist, der muss private Reisen pauschal versteuern (pro Monat ein Prozent vom Listenpreis plus 0,03 Prozent für Fahrten zwischen Wohnung und Firma). ✱

34
Kfz-Kosten deckeln. Nutzt der Firmenchef für seine betrieblichen Fahrten ein älteres Fahrzeug, sind die monatlichen Kosten oft niedriger als die privat zu versteuernden ein Prozent vom ursprünglichen Listenpreis. Der Unternehmer darf deshalb auf Antrag nur die tatsächlichen Kosten versteuern. ✱

35
Familie beschäftigen. Unternehmer stocken das Taschengeld ihrer Kinder durch Aushilfstätigkeiten auf. Maximal 12 384 Euro im Jahr bleiben so steuerfrei. Allerdings werden Beiträge zur Sozialversicherung fällig. Doch die sind für die Firma wiederum weitgehend absetzbar. ✱

36
Kinder betreuen lassen. Arbeiten Angehörige in der Firma mit, kann der Chef die Kosten für die Betreuung nicht schulpflichtiger Kinder (Hort, Kindergarten, Tagesmutter) übernehmen und voll absetzen. Funk­tioniert, wenn er dies auch familienfremden Mitarbeitern anbietet. ✱

37
Gewerbesteuer drücken. Wer die Finanzen der Firma (Kontokorrentkredit, Bankdarlehen) möglichst genau plant und steuert, spart nicht nur Kosten, sondern auch Gewerbesteuer. Grund: Seit Jahresbeginn berechnet das Finanzamt 25 Prozent der absetzbaren Zinsaufwendungen für die Gewerbesteuer dem Gewinn wieder hinzu (Freibetrag: 100.000 Euro). ✱ ✱

38
Rechtsform wechseln.
Eva Richartz und Hanns-Reinhard Kopp wollen ihre Firma in eine GmbH umwandeln. Das lohnt durchweg für ertragsstarke Familienbetriebe, wenn sie große Teile des Gewinns für Investitionen oder bessere Eigenkapitalquoten in der Firma stehen lassen können. Wer pünktlich zum 1. Januar 2009 starten will, lässt sich von Finanzchef und Steuerberater alles durchrechnen und die Verträge vorbereiten.

39
Vorräte kaufen. Für Kleinunternehmer mit guten Gewinnen: Rohstoffe, Waren oder Zubehör beschaffen und sofort absetzen – auch wenn die Vorräte erst 2009 verbraucht werden. ✱

40
Zinsschranke umgehen. Mittelständische Konzernchefs sorgen dafür, dass die Zinskosten sämtlicher Tochter­firmen unter einer Million Euro bleiben. Etwa durch Aufspaltung einzelner Betriebe. Oder durch Eigenkapitalspritzen der Konzernmutter. Dann ist der Aufwand komplett und sofort absetzbar. ✱ ✱ ✱

41
Tochterfirmen einsortieren. Sind die Zinskosten nicht unter die Millionengrenze zu drücken, prüfen
Firmenchefs, ob sie die Tochterfirmen finanziell und wirtschaftlich einbinden. Dann wird der Mittelstandskonzern zu einer einzigen Firma, und der Zinsaufwand ist voll absetzbar. ✱ ✱ ✱

42
Gehalt prüfen. GmbH-Chefs, die sich jetzt zum Jahresbeginn eine Gehaltserhöhung genehmigen wollen, besorgen sich dafür einen Gesellschafterbeschluss (im Umlaufverfahren). Achtung: Wegen diverser Änderungen bei der Gewerbesteuer sowie der neuen Abgeltungsteuer sollten GmbH-Chefs Gehalt und Gewinnanteile neu justieren. ✱ ✱

43
Gewinne vorab ausschütten. GmbH-Chefs gönnen sich noch in diesem Jahr eine Extra-Ausschüttung. Dazu bedienen sie sich aus den freien Rücklagen der Gesellschaft. Und zahlen letztmalig höchstens 22,5 Prozent Steuern für den ausgeschütteten Gewinnanteil. Ein paar Monate später müssen sie dafür 25 Prozent überweisen. ✱ ✱ ✱

44
Mehr vorsorgen. GmbH-Unternehmer prüfen jetzt, ob ihre Pen­sionszusage noch gut genug abgesichert ist (Rückdeckungsversicherung). Wer Lücken feststellt, stockt die Versicherungssumme auf und setzt die höhere Prämie voll ab. ✱ ✱

45
Beteiligen und sparen. Mittelständische Familien-GmbHs kombinieren die Konditionen von Kapital- und Personengesellschaften, um Gewerbesteuer zu sparen. Dazu installieren sie zusätzlich eine atypisch stille Gesellschaft. Teilhaber ist entweder der Chef selbst oder ein Mitglied der Familie. Mit der Beteiligung (Minianteil reicht) wird die Firma für die Gewerbesteuer zu einer Personengesellschaft. Somit profitiert die Familie von 24. 500 Euro Freibetrag. ✱ ✱ ✱

46
Zulage mitnehmen.
Steuerberater Johannes Weßling konnte eine Rente à la Riester abschließen, weil seine Ehefrau als Arbeitnehmerin beschäftigt ist und einen eigenen Riester-Vertrag hat. Generell gilt: Beiträge braucht der Firmenchef in seinen Vertrag nicht einzuzahlen. Es reicht, wenn die Zulage vom Staat in den Vertrag einfließt: 154 Euro plus 185 Euro pro Kind.

47
Urlaub mitnehmen. Die Chefs von Familien-GmbHs, die wegen der prima Geschäfte keine Ferien machen konnten, dürfen sich jetzt ihren Erholungsurlaub auszahlen lassen. Oder dafür eine Bilanzrückstellung bilden. ✱

48
Rechtzeitig renovieren. Will die Familie eine vermietete Immobilie demnächst für sich selbst nutzen oder verkaufen, lässt sie aufwendige Renovierungsarbeiten beizeiten durchführen. Am besten zwei bis drei Jahre vorher. Dann ist der Abzug der Kosten sicher. Selbst wenn die Familie für die Handwerkerrechnungen einen Kredit aufnehmen muss. Die fälligen Zinsen kann sie sogar dann noch als nachträg­liche Werbungskosten geltend machen, wenn sie längst eingezogen ist. ✱ ✱

49
Finanzkasse anzapfen. Besitzer von Wohn- und Geschäftshäusern ziehen die komplette Umsatzsteuer aus Handwerkerrechnungen als Vorsteuer ab. Vorausgesetzt, sie lassen nur die Ladenlokale oder Büroräume in Schuss bringen. Dann gibt es 100 Prozent. Bislang erstatteten die Finanzämter nur den Teil der Umsatzsteuer, der dem Anteil der Gewerberäume an der gesamten Hausfläche entspricht. ✱ ✱

50
Handwerker schenken. Bestellen und bezahlen Eltern die Handwerker für vermietete Häuser und Wohnungen ihrer Kinder, können Sohn oder Tochter die Aufwendungen für Reparaturen oder Modernisierung bei ihrer Steuererklärung voll nutzen (Drittaufwand). Das Finanzamt muss davon ausgehen, dass die Eltern den Kindern das Geld für die Handwerkerrechnungen vorab geschenkt haben. ✱

51
Disagio einplanen. Haben Immo­bilienbesitzer aktuell Bedarf an Krediten für die Renovierung oder Sanierung ihrer Mietshäuser, vereinbaren sie mit der Bank bei der Kreditsumme ein Disagio. Bei mindestens fünf Jahren Zinsbindung können sie fünf Prozent der Darlehenssumme sofort absetzen. ✱

52
Schöner wohnen. Eigentümer von denkmalgeschützten Immobilien ziehen den umfangreichen Sanierungsaufwand schrittweise ab. Acht Jahre lang jeweils neun Prozent und vier Jahre jeweils sieben Prozent. ✱ ✱

53
Länger sparen. Vermieter haben die Wahl: Investieren sie größere Beträge (ab etwa 2000 Euro) in die Renovierung oder Modernisierung ihrer Immobilien, können sie die Summe komplett absetzen. Oder gleichmäßig auf zwei bis fünf Jahre verteilen. ✱

54
Wände einbauen. Lassen Vermieter von gewerblichen Bürogebäuden leichte Zwischenwände einziehen, um etwa Großraumbüros in kleinere Einheiten aufzuteilen, ziehen sie die Kosten sofort bei der Steuer ab. ✱ ✱

55
Steuerberater absetzen. Bedienen sich Familien mit größerem Grundbesitz eines Steuerexperten, um Einnahmen und Ausgaben der Mietshäuser und Eigentumswohnungen richtig zuzuordnen, sollten sie eine aufgeschlüsselte Beraterrechnung anfordern. Und setzen diese Steuer sparend ab. ✱

56
Miete subventionieren. Überlässt der Vermieter einem Angehörigen eine Wohnung oder ein Haus zu Vorzugskonditionen, sollte er mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Miete verlangen. Nur dann kann er sämtliche Kosten abziehen. Wer weniger Miete fordert, zahlt bei der Steuer drauf. Beispiel: Bei 50 Prozent der ortsüblichen Miete darf der Vermieter nur die Hälfte der Kosten (20.000 Euro) absetzen. ✱ ✱

57
Das Drei-Konten-Modell. Vermieter machen private Kreditzinsen zu Werbungskosten. Dazu richten sie drei Konten ein: eins für sämtliche Einnahmen aus den Immobilien, eins für alle Ausgaben und eins für privat. Wird etwa die Renovierung der Privatwohnung fällig, wird das nötige Geld vom Einnahmenkonto auf das private überwiesen. Ausgaben für die Mietimmobilien laufen über das im Soll geführte Ausgabenkonto. Fällige Zinsen dafür sind Steuer mindernde Werbungskosten. ✱ ✱

58
Abriss absetzen. Kann der Vermieter ein Gebäude wegen schwerwiegender Mängel nur noch abreißen, kann er die Kosten sowie noch nicht abgeschriebene Anschaffungskosten voll abziehen. Dies auch dann, wenn er im Anschluss auf dem Grundstück eine Villa für die Familie errichten lässt. ✱ ✱

59
Verluste anrechnen. Besitzt die Familie vermietete Ferienimmobilien im Ausland, kann sie Verluste teilweise bei der eigenen Steuerrechnung unterbringen. Denn die roten Zahlen muss das heimische Finanzamt als sogenannten negativen Progressionsvorbehalt berücksichtigen: Die Verluste mindern nicht das steuerpflichtige Einkommen, aber den persönlichen Steuersatz. ✱

60
Schaden begrenzen. Wenn die Bank eine zuvor zugesagte Finanzierung nicht einhält: Muss ein Immobilieninvestor wegen einer geplatzten Finanzierung den bereits unterzeichneten Kaufvertrag stornieren, kann er den vom Eigentümer verlangten Schaden­ersatz voll bei der Steuer absetzen. Als vorab entstandene Werbungskosten. ✱ ✱

61
Kosten begrenzen. Kauft die Familie ein Zweifamilienhaus und vermietet eine Wohnung, kann sie jetzt mehr Kosten für die Instandsetzung dieser Mietwohnung bei der Steuer unterbringen. Beträgt der Aufwand weniger als 15 Prozent des Kaufpreises für das gesamte Haus, muss das Finanzamt sämtliche Kosten sofort anerkennen. Erst bei Ausgaben von mehr als 15 Prozent des Kaufpreises sind die Aufwendungen auf 50 Jahre zu verteilen. ✱ ✱

62
Überschüsse nachweisen. Vermieter können Verluste aus einer Fe­rienwohnung Steuer sparend verrechnen, wenn sie mindestens 75 Prozent der ortsüblichen Vermietungszeit erreichen. Wem das nicht gelingt, der muss dem Fiskus beweisen, dass es später einmal ein paar Euro Gewinn geben wird. Und zwar dann mit einer Prognose für die nächsten 30 Jahre. ✱ ✱

63
Zinsen sortieren. Kauft ein Investor ein Haus sowohl für die Vermietung als auch für den Privatbedarf, kann er Kredite kreativ absetzen. Indem er die Eigenmittel zum größten Teil der eigenen Wohnung zuordnet. Und das Darlehen von der Bank überwiegend für den vermieteten Teil des Hauses verwendet. Dann finanziert das Finanzamt die Zinskosten kräftig mit. ✱ ✱ ✱

64
Zinsen verlagern. Eltern übertragen jetzt Zinspapiere an die Kinder, um die künftige Abgeltungsteuer zu optimieren. Denn Kinder kassieren in diesem Jahr 7664 Euro an Zinsen steuerfrei, wenn sie keine sonstigen Einkünfte haben. Hinzu kommen der Zinsfrei­betrag von 750 Euro und die Werbungskostenpauschale von 51 Euro. ✱ ✱

65
Erträge verschieben. Wer auf laufende Zinseinnahmen verzichten kann, investiert jetzt in Null-Kupon-Anleihen (Zerobonds). Die Erträge sind erst bei Verkauf oder Einlösung der Papiere zu versteuern. Und zwar zu 25 Prozent statt wie jetzt bis zu 45 Prozent. ✱ ✱

66
Rote Zahlen nutzen. Wenn Aktienbesitzer sich jetzt von Verlust­papieren trennen, die sie im Laufe der letzten zwölf Monate gekauft haben, verrechnen sie die roten Zahlen mit Spekulationsgewinnen bei anderen Papieren. Funktioniert das nicht, tragen sie die Verluste vor und gleichen sie bis 2013 mit späteren Kursgewinnen aus. Aber: Falls sie bei den Verlustbringern demnächst gute Kurschancen sehen, kaufen sie die Papiere nach wenigen Tagen einfach wieder zurück. ✱ ✱ ✱

67
Zinsen produzieren. Anleger erwerben jetzt bei der Bank noch Anleihen mit Zinsterminen Anfang 2009. Dann sind die bis Ende 2008
aufgelaufenen Zinsen (Stückzinsen) mitzubezahlen – und sparen als negative Einkünfte jetzt noch bis zu 45 Prozent Steuern. Die Erträge Anfang 2009 kosten hingegen nur 25 Prozent. ✱ ✱ ✱

68
Jetzt kaufen. Langfristig orientierte Anleger nutzen die niedrigen Börsenkurse, um Aktienbestände oder Fondsanteile aufzustocken. So kassieren sie später Kursgewinne steuerfrei. Wer erst ab 2009 einsteigt, zahlt dafür 25 Prozent Abgeltungsteuer. ✱ ✱

69
Neue GmbH installieren. Wollen Anleger ihr beträchtliches Vermögen auch noch nach 2009 möglichst steuergünstig umstrukturieren, installieren sie eine Extra-GmbH. In die packen sie Aktien, Fonds, Genossenschaftsanteile oder Beteiligungen an anderen GmbHs. Die Extra-Firma kassiert sämtliche Ausschüttungen und Wertzuwächse zu 95 Prozent steuerfrei. Anfallende Kosten sind hingegen komplett steuerfrei. ✱ ✱ ✱

70
Vermögen einlegen. Die Chefs von Personenfirmen (Einzelfirma, OHG, KG) legen Aktien und Fonds in den Betrieb ein, wenn sie die Papiere per Kredit gekauft haben. Denn dann können sie die Kreditzinsen auch 2009 und später absetzen. Lassen sie die Papiere im Privatvermögen, gehen die Kosten für die Steuer verloren. ✱ ✱ ✱

71
Fondssparplan überdenken. Gewinne bei Fondsanteilen sind bis Ende 2008 steuerfrei, ab 2009 steuerpflichtig. Anleger, die in Fondsparpläne investieren, lassen die alten Verträge ruhen und schließen für 2009 neue ab. Vorteil: Wenn sie später Anteile mit Gewinn verkaufen, entscheiden allein sie, aus welchem Sparplan die Anteile stammen. Anders, wenn der Sparvertrag über 2008 hinausläuft. Dann gelten alte, steuerfreie Anteile als zuerst verkauft (Fifo-Methode). Die aber wollen die Anleger meist behalten. ✱ ✱

72
Auf Betongold setzen. Wer langfristig steuerfreie Erträge bevorzugt, steckt sein Geld in offene Immobilienfonds. Am besten in solche mit einem hohen Auslandsanteil. Die jenseits der Grenzen erzielten Mieten bleiben wegen der Doppelbesteuerungsabkommen mit den meisten Staaten hierzulande unberücksichtigt. Und bleiben die Fondsanteile mindestens zehn Jahre im Depot, bleiben realisierte Wertzuwächse komplett steuerfrei. ✱ ✱ ✱

73
Kosten auflisten. Anleger geben sich nicht mit dem Pauschbetrag für Werbungskosten von lediglich 51 Euro im Jahr zufrieden. Vielmehr machen sie sämtliche Aufwendungen geltend. Das ist 2008 zum letzten Mal möglich, ab 2009 gilt die Abgeltungsteuer. Absetzbar sind die Ausgaben für Depot und Beratung, Fahrtkosten zur Bank oder zu Hauptversammlungen, Abo­gebühren für Börsenbriefe oder die Kosten für Wertpapiersoftware. ✱

74
Anlegen statt bauen. Die Abschlussgebühr für einen Bausparvertrag setzen Anleger als Werbungskosten ab, wenn der Vertrag nicht mit dem Kauf oder dem Bau einer bestimmten Immobilie zusammenhängt. Weitere Voraussetzung: Die Zinseinkünfte aus dem Vertrag sind langfristig höher als die Gebühr. ✱

75
Garantiert gewinnen. Anleger, in deren Portfolio Garantiezertifikate oder andere sogenannte Finanzinnovationen stecken, warten möglichst bis 2009 mit dem Verkauf. Denn dann kosten Gewinne nur 25 Prozent Abgeltungsteuer. In diesem Jahr würden bis zu 45 Prozent fällig. ✱ ✱

76
Kredite abbauen. Haben Anleger ihre Wertpapiere auf Pump gekauft, können sie die fälligen Zinsen ab dem nächsten Jahr nicht mehr bei der Steuer absetzen. Deshalb lösen sie die Kredite ab. Etwa mit einem Darlehen für die vermietete Immobilie. Dort sind die Zinsen steuersicher. ✱ ✱

77
Gewinne konservieren. Anleger, die noch in diesem Jahr in einen Investmentfonds einsteigen, hebeln die Abgeltungsteuer für viele Jahre aus. Und zwar dann, wenn der Fonds seine Gewinne thesauriert. Die Wertzuwächse, die Anleger im Laufe der Zeit mit den wieder angelegten Erträgen erzielen, bleiben auf Dauer steuerfrei. ✱ ✱ ✱

78
Antrag stellen. Eltern, die Kapitalvermögen auf die Kinder verlagert haben, besorgen sich für die Sprösslinge Nichtveranlagungsbescheinigungen vom Finanzamt. Damit müssen die Depotbanken Kapitalerträge bis zu 8501 Euro steuerfrei auszahlen – völlig ohne Abgeltungsteuer. ✱

79
Steuerfrei anlegen. Für größere Vermögen kann es sich lohnen, einen eigenen Investmentfonds zu installieren. Denn dann kann der Firmenchef nach Belieben Aktien kaufen und verkaufen – ohne einen Cent Abgeltungsteuer. Ab fünf Millionen bis zehn Mil­lionen Euro ist die Hausbank gern behilflich. Kosten: pro Jahr rund 0,5 Prozent vom Fondsvermögen. ✱ ✱ ✱

80
Immobilienfirma privat.
Das Unternehmer-Ehepaar Wilfried und Regine Rünz hat private Immobilien in eine gewerbliche Grundstücksgesellschaft eingebracht und Sohn und Tochter daran beteiligt. Zur Nachahmung bis Ende 2008 empfohlen. Denn so können Familien mit wertvollem Grundbesitz schnell noch Schenkung- und Erbschaftsteuer sparen. ✱ ✱ ✱

81
Rürup-Vertrag aufstocken. Unternehmer-Ehepaare prüfen jetzt, wie viel sie für die Altersvorsorge tun wollen. Bis zu 40. 000 Euro (Ledige: 20. 000 Euro) können sie jährlich in einen Rürup-Rentenversicherungsvertrag investieren – und zwei Drittel der Beiträge als Sonderausgaben bei der Steuer abziehen. ✱ ✱

82
Ausbildung sichern. Besuchen Unternehmerkinder eine Privatschule, ziehen die Eltern 30 Prozent des Schulgelds bei der Steuer ab. Egal, ob der Nachwuchs im In- oder EU-Ausland den richtigen Schliff bekommt. ✱ ✱

83
Renovieren und sparen. Beschäftigt die Familie Handwerker für Renovierung oder Modernisierung der privaten Wohnung, zieht sie 20 Prozent der Arbeitskosten von der Steuerschuld ab, maximal 600 Euro. ✱

84
Perle engagieren. Beschäftigt die Familie eine Haushaltshilfe, zieht sie 20 Prozent der Vergütung von der Steuerschuld ab, maximal 600 Euro – für Putzen, Kochen, Waschen oder Gartenarbeit. Weitere 600 Euro sind abzugsfähig für die Betreuung pflegebedürftiger Familienmitglieder. ✱

85
Inventar abschreiben. Selbst wenn in der Familie kein steuerlich abzugsfähiges Arbeitszimmer vorhanden ist, können Schreibtisch, Regale, Computer oder Büromaterialien dem Finanzamt präsentiert werden. Nur der Bezug zum Job ist wichtig, etwa beim GmbH-Chef oder beim mitarbeitenden Ehegatten. Kosten müssen über dem Pauschbetrag von 920 Euro liegen. ✱

86
Doppelt wohnen. GmbH-Chefs und mitarbeitende Angehörige können die Kosten für eine Zweitwohnung absetzen – selbst dann, wenn sie sowohl am Ort der Hauptwohnung (Firmensitz) als auch an dem der Zweitwohnung (Filiale) tätig sind. ✱ ✱

87
Heimbüro absetzen. Arbeiten Familienangehörige unter der Woche in der Firma und drei Tage am Bildschirm zu Hause, dürfen sie die Kosten für den ausgelagerten Telearbeitsplatz komplett als Werbungskosten absetzen. ✱ ✱

88
Belastungen verrechnen. Familien prüfen jetzt, was sie im laufenden Jahr an Arzt- und Krankheitskosten, Kuren, Pflegekosten oder Aufwendungen für die Ehescheidung zu verbuchen hatten. Solche „außergewöhnlichen Belastungen“ sind bei der Steuer absetzbar. Aber nur, wenn die Beträge über der zumutbaren Eigenbelastung liegen – gestaffelt nach Einkommen und Fami­lienstand. Wer knapp unter der Grenze liegt, schickt die Familie noch zum Augenoptiker oder zum Zahnarzt. ✱

89
Intern finanzieren. Schenken Vater oder Mutter dem Kind Geld zur Kapitalanlage, können Sohn oder Tochter die Geldspritze später als Darlehen in die Firma bringen. Und kassieren ordentliche Zinsen, die das Elternteil als Betriebsausgabe absetzt. ✱ ✱

90
Besser spenden. Großzügige Spenden an Kirche oder gemeinnüt­zige Vereine erkennt das Finanzamt neuerdings zu bis zu 20 Prozent der Einkünfte als Sonderausgaben an (früher: fünf bis zehn Prozent). ✱ ✱

91
Mehr stiften. Eheleute können bis zu zwei Millionen Euro in eine gemeinnützige Stiftung investieren (bisher 614. 000 Euro) und als Sonderaus­gaben abziehen. Entweder sofort oder über zehn Jahre verteilt. ✱ ✱ ✱

92
Vorsteuer abziehen. Eigenheim­besitzer können sich die Umsatzsteuer aus den Kosten für eine Photovoltaikanlage auf dem Dach komplett vom Finanzamt erstatten lassen. Vorausgesetzt, die Familie produziert mehr Strom, als sie braucht, und gibt den Überschuss ins öffentliche Netz. ✱ ✱

93
Auf Firmenkosten studieren. Die Eltern zahlen Sohn oder Tochter während des Studiums ein Gehalt. Dafür verpflichtet sich der Nachwuchs zur Mitarbeit im eigenen Betrieb, etwa in den Semesterferien. ✱ ✱ ✱

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Studienkosten absetzen. Nimmt der Ehepartner nach der Kinderphase das Studium wieder auf: sämt­liche Aufwendungen als vorweggenommene Werbungskosten geltend machen. Etwa Fahrtkosten zur Uni, Studien­gebühren, Fachliteratur, Repetitorium. Falls das Finanzamt höchstens 4000
Euro anerkennt, gegen den Steuerbescheid Einspruch einlegen und auf das Verfahren beim Bundesfinanzhof verweisen (Aktenzeichen VI R 14/07). ✱ ✱

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Bares später schenken. Haben die Eltern vor, Teile ihres Barvermögens, Aktien, Fondsanteile oder fest­verzinsliche Wertpapiere an die Kinder zu verschenken, warten sie erst einmal ab. Denn dafür gibt es künftig höhere Freibeträge. ✱ ✱ ✱

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Firma gegen Rente. Mittelständische Firmenchefs übertragen jetzt rasch noch ihr Unternehmen, wenn Sohn oder Tochter als Nachfolger dafür eine monatliche Rente überweisen. Dabei profitiert die Familie noch von sämtlichen Steuervorteilen: 225. 000 Euro Extra-Freibetrag und 35 Prozent Wertabschlag pauschal. Die Familie zieht obendrein den Barwert der Rente Steuer sparend ab. ✱ ✱ ✱

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Verluste retten. Weil Seniorchefs rote Zahlen nicht mehr an die Kinder weiterreichen können, sollten sie Verluste aus der Firma oder aus Mieteinkünften selber nutzen. Etwa indem sie nicht mehr benötigtes Betriebsvermögen abstoßen und die damit erzielten Gewinne mit den alten Verlusten Steuer sparend verrechnen. ✱ ✱ ✱

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Zu Hause arbeiten. Wer ein Arbeitszimmer hat, das zwar im eigenen Haus, jedoch außerhalb der eigenen Wohnung liegt, kann die Kosten absetzen. Und zwar in voller Höhe. Etwa die anteiligen Abschreibungen, Darlehenszinsen und Nebenkosten. ✱ ✱

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Firma verschenken. Weil die Steuerwerte für Betriebsvermögen ab 2009 kräftig steigen, hat Firmenchef Hans-Jürgen Herrmann seinen Sohn Christian schrittweise am Unternehmen beteiligt. Als Faustregel gilt: Bei Betrieben bis zu 550. 000 Euro Eigenkapital geht das Finanzamt leer aus.

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