Diverses Ab 1. Juli: Steuernummer auf Rechnungen wird Pflicht!

Ab dem 1. Juli müssen Unternehmer auf allen Rechnungen die Steuernummer angeben. Mit dieser Maßnahme will der Finanzminister den Umsatzsteuerbetrug stärker bekämpfen. Was das für Firmenchefs bedeutet, lesen Sie hier.

Das Steuerklima in Deutschland wird schon wieder rauher. Ab dem 1. Juli müssen Unternehmer auf allen Ausgangsrechnungen die Steuernummer ausweisen, die sie vom Betriebsfinanzamt erhalten haben.

Mit der neuen Regelung möchte Finanzminister Hans Eichel (SPD) in erster Linie den Umsatzsteuerbetrug bei der Warenlieferung durch mehrere Länder bekämpfen. Umsatzsteuerbetrüger sacken dabei immer häufiger in großem Stil Vorsteuerbeträge ein, ohne dass der leistende Unternehmer – häufig eine Scheinfirma – entsprechende Umsatzsteuerbeträge ans Finanzamt überweist. Rund fünf Milliarden Euro kostet das den deutschen Fiskus jährlich. „Die Finanzämter hoffen, mit Hilfe der Steuernummer schneller feststellen zu können, ob eine Firma existiert oder nicht,“ erklärt Steuerberater Helmut Lehr aus Appenheim bei Mainz.

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Die Kehrseite der Medaille: Viele Experten befürchten einen Verlust des Steuergeheimnisses. Denn bislang konnten nur berechtige Personen – wie etwa der Steuerberater des Firmenchefs – im Besitz der Nummer sein und beim Finanzamt Auskünfte einholen. Über das Rechnungsformular können künftig aber auch Unbefugte an die Steuernummer kommen und beim Finanzamt sensible Steuerdaten über den Inhaber erfragen.

Die Folge dürfte eine weitere Bürokratisierung sein. „Wenn ein Unternehmer sich unter Angabe seiner Steuernummer beim Finanzamt meldet, werden die Beamten ihm weitere Fragen stellen, um die Identität zu klären, etwa sein Geburtsdatum oder den Namen der Ehefrau. In Einzelfällen kann es sogar vorkommen, dass sie die Auskünfte gänzlich verweigern. Diese Prozedur kann die Abwicklung von steuerlichen Angelegenheiten spürbar lähmen,“ glaubt Helmut Lehr.

Trotzdem: Steht die Steuernummer nicht auf der Rechnung, müssen Unternehmer nicht mit gravierenden Konsequenzen rechnen. Der Rechnungsempfänger kann weiterhin den Vorsteuerabzug geltend machen. Lediglich der Aussteller der Rechnung muss damit rechnen, dass das Finanzamt bei ihm anklopft und seine Bücher und die Lupe nimmt.

„Um Besuch vom Finanzamt zu vermeiden, sollten Unternehmer darauf achten, dass alle Rechnungen ab dem 1. Juli die Steuernummer ausweisen,“ rät Helmut Lehr. Mit der Neuerung müssen sich Unternehmer noch bis 2004 herumplagen. Der Steuerexperte: „Ab diesem Jahr wird im Zuge der europäischen Rechtsvereinheitlichung auf allen Rechnungen die Angabe der Umsatzsteuer-Identifikationsnummer zur Pflicht. Der Ausweis der Steuernummer erübrigt sich dann, es sei denn, dem Unternehmer wurde noch keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer erteilt. In diesem Fall hat er weiterhin seine Steuernummer anzugeben.“

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