Diverses Adieu, Du schöner Aufschwung

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse

Alexander Mayerhöfer, stellv. Chefredakteur impulse© Rudolf Wichert

Deutschland steht am Rande einer Rezession - sagen die führenden Wirtschaftsforscher. Mehr Optimismus verlangt dagegen die Bundesregierung: Immerhin habe ihr milliardenschweres Hilfspaket für die Finanzbranche ein Kursfeuerwerk an den Börsen ausgelöst. Warum das die Lage langfristig aber nicht verbessert, zeigt impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer.

Wir sollen endlich aufhören, nur die schlechten Dinge zu sehen, sagt uns der Bundesfinanzminister. Und das an dem Tag, an dem die führenden Wirtschaftsforscher uns klarmachen, dass Schluss mit Lustig ist. Im kommenden Jahr stottert der Konjunkturmotor nicht mehr, ihm geht schlicht der Treibstoff aus. Frühere Prognosen zur einst so stolzen Wachstumsrate von fast zwei Prozent (wie bescheiden man wird) sind nur noch Makulatur.

Lieber Herr Steinbrück, wo sind denn die guten Nachrichten? Der Sozialdemokrat erwartet doch nicht ernsthaft, dass wir uns über das erneute Kursfeuerwerk an den Börsen freuen. Das 500-Milliarden-Hilfspaket der Bundesregierung war die letzte große Reserve an Löschwasser, um den Brand an den Finanzmärkten zu bekämpfen. Aber was nützt der Aktionismus, wenn das eigentliche Problem nicht gelöst wird. Da fordert die Kanzlerin eine „Rückkehr zu den Grundsätzen der sozialen Marktwirtschaft“ und das insbesondere in der Bankenbranche. Plakative Forderungen, in den Kreditinstituten die Managergehälter auf 500.000 Euro zu begrenzen, es sonst aber bei Appellen zu belassen, so lässt sich die Lage nicht verbessern. Die Bankbranche hat zuviel Vertrauen zerstört (und zu viele Steuer-Milliarden verspielt). Es müssen neue, frische Ideen her, wie wir den für die Wirtschaft lebensnotwendigen Geldkreislauf sanieren können – einen flächendeckenden Schwelbrand oder gar einen erneuten Feuerausbruch kann sich niemand mehr leisten.

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