Diverses Alarmplan Steuerfahndung

Wie Unternehmer Schaden vermeiden, wenn die Ermittler Firma und Wohnung heimsuchen. 14 Tipps von Steuerstrafanwältin Alexandra Mack

  • RUHE BEWAHREN. Auch wenn es schwerfällt: Hindern Sie die Beamten nicht an ihrer Arbeit, leisten Sie keinen Widerstand und vermeiden Sie emotionale Äußerungen.
  • PERSONENKONTROLLE. Stellen Sie Namen, Dienststellung und Behörde des Durchsuchungsleiters und seiner Beamten fest. Lassen Sie sich die Ausweise zeigen, und machen Sie sich Notizen. Oder eine Fotokopie.
  • KOOPERATION. Helfen Sie mit, die organisatorische Abwicklung der Durchsuchung zu bewältigen. Indem Sie etwa einen separaten Raum zur Verfügung stellen. Das vermeidet auch übermäßige Unruhe im Betrieb.
  • ANORDNUNG. Verlangen Sie, dass man Ihnen den richterlichen Durchsuchungsbeschluss zeigt und Ihnen eine Kopie aushändigt. So wissen Sie, ob die Durchsuchung Ihnen selbst gilt oder aber einem Kunden oder Lieferanten. Und auch, welche Steuerarten und Jahre betroffen sind.
  • GEFAHR IM VERZUG. Liegt kein richterlicher Beschluss vor, kann die Durchsuchung nur wegen »Gefahr im Verzug« gerechtfertigt sein. Lassen Sie sich dafür die Gründe nennen, und halten Sie diese schriftlich fest.
  • BEISTAND SICHERN. Benachrichtigen Sie unverzüglich Ihren Steuerberater oder einen auf Steuerstrafrecht spezialisierten Rechtsanwalt. Bitten Sie die Fahnder, mit der Durchsuchung zu warten, bis Ihre Experten vor Ort sind. Das funktioniert, meist sind die Finanzbeamten so kulant.
  • STILLSCHWEIGEN. Unterlassen Sie spontane Äußerungen zur Sache. Schließen Sie sich grundsätzlich vor jeder Stellungnahme mit Ihrem Berater kurz. Machen Sie ansonsten von Ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch – auch wenn der Fahnder mit einem Entgegenkommen lockt.
  • BERATER SCHÜTZEN. Die Ermittler versuchen oft, Sie dazu zu bewegen, Ihren Berater von dessen Pflicht zur Verschwiegenheit zu entbinden. Das sollten Sie keinesfalls tun. Nur so kann Ihr Experte unangenehmen Fragen ausweichen.
  • MITARBEITER INFORMIEREN. Machen Sie Ihre Angestellten nachdrücklich darauf aufmerksam, dass sie gegenüber den Fahndern während der Durchsuchung keine Aussagen machen müssen. Fragen sollten nur nach Rücksprache mit Ihnen oder Ihrem Berater beantwortet werden. Achten Sie auch darauf, dass sich Ihre Leute nicht untereinander über die Vorwürfe der Steuerfahnder unterhalten. Die Beamten hören in solchen Fällen gern zu.
  • GEMEINDEZEUGEN. Oft haben die Fahnder Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung im Schlepptau. Die sollen Ihre Rechte sichern. Zur Wahrung der Diskretion ist es aber meist besser, auf diese Zeugen zu verzichten. Schicken Sie sie nach Hause.
  • BESCHLAGNAHME. Auch wenn Sie aus taktischen Gründen mit den Beamten kooperieren, sollten Sie keine Unterlagen freiwillig herausrücken. Bestehen Sie darauf, dass die Akten oder der PC förmlich beschlagnahmt werden. Das sichert Ihre Rechte, wenn sich später herausstellt, dass die Beschlagnahme unzulässig war.
  • BEGRENZUNG. Gibt es dagegen schon einen Durchsuchungsbeschluss für bestimmte Unterlagen, so sollten Sie sich nach Absprache mit Ihrem Berater kooperativ zeigen. Geben Sie die Papiere, aber nur diese, sofort und komplett heraus. Damit ist die Aktion beendet, die Gefahr von Zufallsfunden minimiert.
  • VERZEICHNIS. Verlangen Sie ein ausführliches Verzeichnis der Unterlagen, die die Fahnder mitnehmen wollen. Machen Sie – je nach Umfang – Kopien der Akten. Das kann der Beamte nicht verbieten.
  • BESCHWERDE. Prüfen Sie mit Ihrem Rechtsbeistand, ob eine Beschwerde gegen den Einsatz der Ermittler und die Beschlagnahme der Unter lagen zweckmäßig ist. Diese sollten Sie aber erst dann beim Gericht ein legen, wenn die Beamten wieder durch die Tür sind. Werden Sie zu früh aktiv, kostet es die Fahnder nur einen Telefonanruf, um den Durchsuchungsbeschluss zu erweitern.

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