Diverses Als die Boni noch schrumpften

Im vergangenen Jahr sind die Vorstandsgehälter in den großen Aktiengesellschaften um mehr als 10 Prozent gesunken. Das hat die Manager um drei Jahre zurückgeworfen – nämlich auf den Stand von 2005.

Deutschlands Topmanager bekommen die Wirtschaftskrise zu spüren: Die Vorstände der börsennotierten Unternehmen haben im vergangenen Jahr deutlich weniger verdient als noch 2007. Dies geht aus einer Studie der Universität Karlsruhe und der Technischen Universität München hervor. Demnach sind die Vorstandsgehälter der deutschen Aktiengesellschaften innerhalb eines Jahres um rund 14 Prozent gesunken. Betrug die durchschnittliche Pro-Kopf-Vergütung 2007 rund 904.000 Euro, waren es 2008 nur noch 774.000 Euro. Das Einkommensniveau lag damit nahezu auf der Stufe des Jahres 2005, als die Konzerne durchschnittlich 769.000 Euro auszahlten.

Insbesondere bei den erfolgsorientierten Gehaltsanteilen wie Bonuszahlungen und Aktienvergütungen mussten die Vorstände Abstriche machen. „Aufgrund der eingebrochenen Unternehmensgewinne und Aktienkurse fielen die Boni 2008 deutlich geringer aus als in den Jahren zuvor“, sagt Marc Steffen Rapp, Wissenschaftler der Uni Karlsruhe und Autor der Studie. Die erfolgsorientierten Vergütungen machten im vergangenen Jahr 38 Prozent des Gesamteinkommens aus.

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Dabei weisen die Gehälter je nach Börsenindex große Unterschiede auf. Zahlten die Dax-Konzerne ihren Vorständen rund 2,3 Millionen Euro im Schnitt, waren es bei den Unternehmen des MDax nur 1,3 Millionen Euro. Mit durchschnittlich 674.000 Euro mussten sich die Führungskräfte der TecDax-Unternehmen begnügen. Die übrigen Aktiengesellschaften kamen auf Jahresbezüge in Höhe von 412.000 Euro.

Hohe Millionengehälter sind der Studie zufolge eher die Ausnahme. Nur acht Prozent der deutschen Börsenkonzerne zahlten ihren Vorständen im vergangenen Jahr zwei Millionen Euro und mehr. Bei der Hälfte der Unternehmen lagen die Einkommen hingegen bei rund 500.000 Euro. Allerdings dürfte sich dies schon bald wieder ändern: „Wenn die Konjunktur anspringt und die Gewinne steigen, werden auch die Vorstände wieder mehr Geld verdienen“, so Rapp.

Die Studie „Vergütung deutscher Vorstandsorgane 2009“ ist Teil gemeinsamer Forschungsaktivitäten der Universität Karlsruhe und der Technischen Universität München. Zwischen 2005 bis 2008 wurden jährlich 335 Unternehmen untersucht.

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