Diverses Amtliche Gewinne

Haben Sie 2005 keinen ordentlichen Gewinn gemacht? Vorsicht - denn dann rechnet Sie das Finanzamt reich.

Als der Steuerprüfer zu Besuch kam, ahnte Inge Schulte nichts Böses. Bücher, Belege und Kennzahlen waren für die Inhaberin einer Boutique in Ordnung: 1,5 Mil­lionen Euro Verkaufserlöse sowie 5,5 Prozent Umsatzrendite. Damit lag die Textileinzelhändlerin aus Hannover knapp über dem Branchendurchschnitt von fünf Prozent. „In schwierigen Zeiten ein ordentliches Ergebnis“, freute sich die Unternehmerin.

Der Finanzbeamte sah das anders. Nach seinen Vergleichswerten sollten zwölf Prozent Rendite drin sein. Also machte er sich auf die Suche nach Schwarzumsätzen, drehte den ganzen Laden um – wurde schließlich aber doch nicht fündig. Schulte: „Das war überaus lästig.“

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Schwarzgeld gesucht

Auslöser von solchem Ärger und Prüfungsstress sind die Gewinnrichtsätze der Finanzverwaltung – zusammengetragen und aufbereitet in Betriebsprüfungen bei kleinen und mittleren Unternehmen in Handel, Handwerk und Dienstleistung. Liegen die Zahlen einer Firma deutlich unter den amtlichen Durchschnittswerten, ist das für die Beamten ein Indiz für Schlamperei im Rechnungswesen oder für versteckte Umsätze und Gewinne. Prompt stellen sie die gesamte Buchführung auf den Kopf. Außerdem packen sie spezielle Kontrollinstrumente aus, die Unternehmer und Berater in die Bredouille bringen sollen. So die „Vermögenszuwachsrechnung“. Im schlimmsten Fall schätzen sie Umsatz und Gewinn. „Firmenchefs sollten die amtlichen Kennzahlen mit den eigenen Werten vergleichen und nach Ursachen für gravierende Abweichungen forschen“, empfiehlt Steuerberater Chris­toph Enders aus Bergisch Gladbach.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 10/2006, Seite 158, nachlesen.

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