Diverses Apotheken: Mach‘ mir den Fielmann

Wettbewerb verhindert: EU stärkt kleinen Apothekern den Rücken

Wettbewerb verhindert: EU stärkt kleinen Apothekern den Rücken© dpa

Apothekerketten vor dem Aus: In Deutschland sollen sich weiter nur hier zugelassene Apotheker niederlassen können. Und: Auch die Anzahl ihrer Filialen bleibt streng reglementiert: auf höchstens vier pro Region. So hat es der Generalanwalt am Europäischen Gerichtshof erklärt - und macht damit nicht nur der bekannten Internet-Apotheke Doc Morris das Leben schwer, wie impulse-Politikchef Dirk Horstkötter zeigt.

Diese Zeilen geben Ärger: bei 20.000 selbständigen Apothekern im Land, und – wenn gelesen – auch bei meiner Berliner Kiezapotheke. Der europäische Gerichtshof wird mit großer Wahrscheinlichkeit das Geschäftsmodell der kleinen, aber feinen Einzelapotheke für vereinbar mit dem EU-Recht erklären. Im Umkehrschluss heißt das: Kapitalstarke Unternehmen werden ihre Pläne für Ketten und Filialbetriebe erst einmal beerdigen müssen. Schlechter hätte die Sache für Deutschland und die Verbraucher nicht ausgehen können.

Es ist legitim, dass die kleinen und feinen Apotheker ihre Besitzstände und ihre Profite verteidigen wollen. Aber falsche Argumente müssen sie sich schon vorhalten lassen. Zu den Unwahrheiten gehört die Schreckensbotschaft, dass Ketten alle traditionellen Strukturen platt wälzen. Eingestanden, im Elektobereich haben die Geiz-ist-Geil-Filialen kompromisslos gesiegt. Aber nehmen wir nur mal den Imbiss-Kampf. Trotz Millionen-Investitionen der Burger-Bruzzler: Den meisten Umsatz machen immer noch die Döner-Buden im Lande. Auch bei den Optikern wissen sich angestammte Ladeninhaber sehr wohl gegen die F- und A-Kette zu verteidigen.

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Will sagen: Warum sollten das nicht auch pfiffige Apotheker vor Ort schaffen? Sicher, mit nur einem Laden wird es schwer. Aber wie wäre es mit einer Tante-Emma-Apotheken-Kette zum Beispiel im ganzen Ruhrgebiet? Mit Spitzenpersonal und toller Beratung. Und das darf dann ruhig ein bisschen teurer sein. Viele Menschen haben doch immer noch gern einen Weißkittel hinter der Theke und suchen die Nähe: Fieberzäpfchen kauft man halt anders als Flachbildschirme.

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