Diverses Apotheker legen Verfassungsbeschwerde ein

Der Streit zwischen Apothekern und Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) eskaliert: Bayrische Apotheker wollen jetzt in Karlsruhe gegen Einschnitte klagen.

Bislang sammelten die Apotheker nur Unterschriften gegen Ulla Schmidts
Pläne. Jetzt wollen sie bis vors Bundesverfassungsgericht ziehen und gegen
das so genannte Vorschaltgesetz klagen.

Hauptkritik: Die Apotheker müssen
den gesetzlichen Krankenkassen ab Januar Zwangsrabatte für Medikamente
gewähren. „Damit werden Apotheker im Vergleich zur Pharmaindustrie
unverhältnismäßig belastet. Die Arzneimittelversorgung wird schlechter
werden“, erläutert Stefan Weber, Sprecher der Apotheker in Bayern. Viele der
üblichen Dienstleistungen, wie zum Beispiel Not- und Nachtdienste oder das
Anfertigen von Rezepturen, seien in Frage gestellt.

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Während die Ausgaben in den anderen Bereichen des Gesundheitswesens „nur“
auf dem momentanen Stand eingefroren würden, würden die Einkünfte der
Apotheken faktisch halbiert, so Weber. „Diese extreme Belastung der
Apotheker wird zwangsläufig Jobs kosten. Auch Apotheken-Schließungen
schliesst er mittelfristig nicht aus.

Auf die Patienten kämen dann längere Wartezeiten und weitere Wege zur
nächsten Apotheke zu. Die pharmazeutische Betreuung chronisch Kranker werde
reduziert werden müssen.

Weber: „Die Bundesregierung zerstört bewusst ein bewährtes System. Die
ortsnahe Arzneimittelversorgung der Patienten steht auf dem Spiel.“

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