Diverses Arbeitgeber kritisieren schlechte Azubi-Leistungen

Angesichts schlechter Azubi-Leistungen wollen die Arbeitgeber frühzeitig an den Schul-Reformen beteiligt werden. Auch 2003 droht indes eine Lehrstellen-Lücke.

Die Unternehmer müssen frühzeitig in die Entwicklung von Qualitätsstandards für die Schulen eingebunden werden. »Schließlich kennen die Betriebe die Defizite sehr genau und wissen am besten, was für das Berufsleben gebraucht wird«, forderte heute Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Daher müssen die Arbeitgeber als »Anteilseigner« am »Unternehmen« Schule verstanden und einbezogen werden, so der BDA-Chef im Vorfeld der Vorstellung des Gutachtens zur »Entwicklung nationaler Bildungsstandards«.

Die Kultusministerkonferenz müsse auch die »Abnehmerseite« im Bildungssystem berücksichtigen. »Ich hoffe, dies beschränkt sich nicht auf eine formelle Anhörung, sondern stellt sicher, dass wir uns aktiv an der Definition von Standards beteiligen können. Das Leistungsniveau der Schulabgänger ist unverändert mangelhaft. Deswegen begrüße ich die Festlegung von Leistungsstandards sehr«, erklärte Hundt.

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Leistungsstandards müssten klar und verbindlich definieren, was zu einem bestimmten Zeitpunkt der Schullaufbahn an Kenntnissen und Kompetenzen erreicht sein soll. Die Mindeststandards dürften weder Mini- noch Soft-Standards werden. Am Ende dürften keine unverbindlichen Allgemeinplätze übrig bleiben, die jedes Bundesland unterschiedlich auslegt. Sonst bliebe es beim schlechten Leistungsniveau in Deutschland und beim Qualitätsgefälle zwischen den Ländern, so Hundt.

Ausreichend Lehrstellen indes werden die Unternehmen in diesem Jahr voraussichtlich nicht anbieten können, schätzt Hundt. Nur eine konsequente Wachstumspolitik könne zu einer Trendwende auf dem Ausbildungsmarkt führen. Viele Unternehmen kämpften derzeit wegen der »wirtschaftsfeindlichen Politik und unangemessener Tarifabschlüsse um ihre Existenz« und hätten vielfach keine Möglichkeit auszubilden.

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