Diverses Arbeitsamt-Chefs: Reformen greifen zu kurz

Wie die Bundesagentur für Arbeit hilft

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impulse-Umfrage:Gut jeder dritte Arbeitsamtchef rechnet erst ab 2005/06 mit einem spürbarem Abbau der Arbeitslosigkeit. Direktoren klagen über Bürokratie aus Nürnberg.

Eine teilweise vernichtende Kritik haben jetzt Deutschlands Arbeitsamts-Chefs an der Wirksamkeit der Hartz-Gesetze geübt. Laut einer Exklusiv-Umfrage von impulse bei 180 Arbeitsamtsdirektoren, greifen für mehr als jeden Zweiten (55 Prozent) „die in den letzten zwölf Monaten beschlossenen Arbeitsmarktreformen zu kurz“. Für jeden siebten Arbeitsamts-Chef gehen die Reformen der impulse-Umfrage zufolge zu langsam, knapp acht Prozent der Befragten kritisierten, die Reformen hätten nichts verändert. Lediglich rund 14 Prozent halten sie für „genau richtig“.

Von den insgesamt 63 Arbeitsamtsdirektoren, die sich an der impulse-Umfrage beteiligten, bemängelt ein Großteil, dass die beschlossenen Reformen die Arbeitslosigkeit gar nicht oder erst später senken. Während rund 14 Prozent der Befragten mit gar keinem Abbau der Arbeitslosigkeit rechnen, erwartet ein gutes Viertel (29 Prozent) eine spürbare Absenkung der Arbeitslosigkeit frühestens ab 2005, vier Prozent erst ab 2006 und weitere knapp drei Prozent ab 2007 oder später. Demgegenüber setzen knapp neun Prozent auf Arbeitsmarkt-Effekte durch die Reformen noch in 2003, weitere rund 26 Prozent für 2004.

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Neben der Kritik an den Arbeitsmarktreformen stößt auch der Umbau der Bundesanstalt selbst bei den regionalen Repräsentanten vielfach auf Unmut. Insbesondere wird die wachsende Bürokratie kritisiert. „Zu viele und zu komplizierte Weisungen und Bürokratie“ aus Nürnberg beklagt jeder fünfte Arbeitsamt-Chef – dies ist damit Hauptkritikpunkt an der Bundesanstalt für Arbeit. Zweitgrößtes Hindernis ist aus Sicht der Arbeitsamts-Leiter (16 Prozent) die Abhängigkeit der Bundesanstalt von politischen Entscheidungen. Jeder Zehnte sieht die Ursache für den schleppenden Umbau in der Organisation und Dezentralisierung.

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