Diverses Arztpraxen finanzieren Betriebsrenten

Zum 1. April 2008 ist bundsweit der neue Tarifvertrag zur betrieblichen Altersversorgung und Entgeltumwandlung für Medizinische Fachangestellte und Arzthelferinnen in Kraft getreten: Erstmals wurden die Arbeitgeber verpflichtet, sich an der Altersversorgung ihrer Mitarbeiter zu beteiligen. Viele ärztlichen Arbeitgeber kommen dem gerne nach.

Um ein deutliches Signal gegen die drohende Altersarmut zu setzen und die Attraktivität des Berufsbilds und die Leistungsbereitschaft der Mitarbeiter zu stärken, kommen viele ärztliche Arbeitgeber ihrer neuen Pflicht gerne nach: Sie beteiligen sich an der Altersversorgung ihrer Mitarbeiter.

Die Betriebsrenten der Arztpraxen sind in ihren Tarifleistungen zweistufig aufgebaut. Sie können wahlweise den Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen (vL) ersetzen oder gegen Zahlung eines geringeren Zuschusses ergänzen. Zusätzliche freiwillige Entgeltumwandlung wird durch einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 20 Prozent des Umwandlungsbetrages gefördert.

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Ein Überblick:

1. Betriebliche Altersversorgung (bAV) statt vermögenswirksamer Leistungen: Die Mitarbeiter haben Anspruch auf einen Arbeitgeberbeitrag von 56 Euro monatlich zugunsten einer betrieblichen Altersversorgung. Diese Regelung gilt, wenn die vermögenswirksamen Leistungen bisher nicht genutzt wurden. Oder für den Fall, dass das vL-Sparen beendet und stattdessen eine betriebliche Altersversorgung begonnen wird. Wichtig dabei: Vermögenswirksame Leistungen sind eine steuer- sozialversicherungspflichtige Anlageform. Die Beitragszahlungen zur bAV dagegen sind steuer- und sozialversicherungsfrei. Macht der Arbeitnehmer zusätzlich von seinem Recht auf Entgeltumwandlung Gebrauch, muss der Arbeitgeber einen Zuschuss von 20 Prozent oder mindestens zehn Euro monatlich bis zu einem Umwandlungsbetrag von 130 Euro monatlich zahlen.

2. Betriebliche Altersversorgung plus vermögenswirksame Leistungen: Behält der Arbeitnehmer seine bisherige Anlage der vermögenswirksamen Leistungen beispielsweise in einen Investmentfonds oder Bausparvertrag bei, beträgt der Anspruch auf einen zusätzlichen Arbeitgeberbeitrag zu Gunsten einer bAV monatlich 20 Euro. Auch bei dieser Variante erhält der Mitarbeiter einen Arbeitgeberzuschuss in Höhe von 20 Prozent auf zusätzlich freiwillig umgewandelte Entgeltbestandteile bis maximal 160 Euro monatlich.

Die vollen tarifvertraglichen Förderquoten gelten für alle Angestellten mit einer vertraglichen Arbeitszeit von mehr als 18 Wochenstunden. Für Auszubildende und Teilzeitbeschäftigte mit geringerer Wochenarbeitszeit halbieren sich die Zuschüsse entsprechend. Der Arbeitgeber kann für die Durchführung eine Pensionskasse oder Direktversicherung wählen. Er soll die Mitarbeiter über die Grundzüge und Möglichkeiten der betrieblichen Altersversorgung informieren.

Auch für den Arbeitgeber rechnet sich die Umwandlung vermögenswirksamer Leistungen in Bausteine der betrieblichen Altersversorgung. Schließlich lässt sich so die Motivation der Mitarbeiter erhöhen. Außerdem: Je mehr der Mitarbeiter sich selbst finanziell beteiligt, desto besser für den Arbeitgeber. Denn jede Entgeltumwandlung aus sozialversicherungspflichtigen Bezügen senkt die Lohnnebenkosten des Unternehmens um durchschnittlich 20 Prozent. Nutzen also zehn Mitarbeiter die Entgeltumwandlung von durchschnittlich 100 Euro pro Monat, erzielt der Arbeitgeber bereits eine jährliche Ersparnis von 2.400 Euro.

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