Diverses Auf den Rüststand der IT achten

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Der Blitzstart von Google Chrome zeigt, wie schnell neue Computerprogramme begeistern können. Der Internetbrowser wurde innerhalb von wenigen Tagen von mehreren hunderttausend Nutzern geladen. So rasch geht es bei vielen Unternehmen sonst nicht. Bei veralteter Hardware zeigen sie sich oft weniger entscheidungsfreudig.

„Ein Jahr noch,“ lautet oft die Devise, wenn es um die Erneuerung der eigenen IT-Systeme geht. Die Folgen der Verzögerung sind fatal, denn veraltete IT-Systeme bremsen den Erfolg, verhindern Innovationen und sorgen für Mehrkosten. Wolfgang Schwab vom IT-Marktforschungsinstituts Experton warnt sogar ausdrücklich vor einer überlangen Nutzung von Hardware: „Nach der Ablauf der Abschreibungsfrist ist das eine Investitionsfalle, denn mit zunehmendem Alter steigen Wartungskosten und Servicebedarf.“

Doch wie lange sollten IT-Systeme im Einsatz sein? Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn viele Faktoren, etwa Einsatzzweck, Leistung, Kosten, spielen eine Rolle. Für das Finanzamt ist die Antwort allerdings klar. In der so genannten Afa-Tabelle des Bundesfinanzministeriums ist die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Anlagegüter zeitlich festgelegt. Sie beträgt bei PCs, Server, Bildschirmen und Druckern drei Jahre, bei Handys fünf, bei Großrechnern und Kopierer sieben Jahre. Innerhalb dieses Zeitraums dürfen die Geräte abgeschrieben werden. Für Software, etwa für eine Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Betriebssysteme und Netzwerke, gilt nach Steuerrecht eine Nutzungszeig von drei Jahren. Bei Spezialprogrammen wie ERP-Software (Enterprise Ressource Planning) sind fünf Jahre anzusetzen.

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Veraltete Rechner im Einsatz

In den Unternehmen werden diese Fristen häufig überschritten. Das zeigt eine Umfrage der Computerwoche bei über 1.000 PC-Nutzern. Rund 35 Prozent der Befragten arbeiten danach mit Rechnern die älter als drei Jahre sind. Rund 18 Prozent haben sogar über vier Jahre auf dem Buckel. Gravierender noch ist der Rüststand beim Einsatz von Windows-Betriebssystemen. Nach den Zahlen der US-Marktforscher von Net Applications dominiert das bereits 2001 auf den Markt gekommene Windows XP mit 72 Prozent noch immer die Rechnerwelt. Windows Vista dagegen, auch schon fast zwei Jahren auf dem Markt, nutzen derzeit nur knapp über 15 Prozent der Anwender.

Alter und Kosten allein sind für die Erneuerung von Hard- und Software allerdings nicht alleine ausschlaggebend. Neue Entwicklungen im IT-Sektor erfordern Investitionen in die IT-Infrastruktur. So überprüfen mittelständische Firmen nach der impulse-IBM-Studie „E-Business im Mittelstand 2008“ zu 52 Prozent, ob sich neue Entwicklungen aus dem IT-Sektor für ihr Unternehmen eignen – das passiert allerdings nur sporadisch. Besonders interessiert sind die Unternehmen derzeit an Themen wie Ausbau des Online-Shops, digitale Vernetzung mit Lieferanten, Internet-Telefonie (Voice over IP), Kundenkontaktsysteme per CRM (Customer Relationship Management) und energieeffizienter Hardware.

Unbekannter Energiebedarf

Computer mit Öko-Siegel spielen bei der tatsächlichen Beschaffung von IT-Geräten indes noch eine geringe Rolle. So kennen gerade mal sieben Prozent der IT-Entscheider nach einer Umfrage der Experton Group den konkreten Energiebedarf ihrer IT-Anlage. Dabei senkt stromsparende IT-Geräte den Verbrauch bis auf ein Zehntel und mildern den Energiepreisschock.

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