Diverses Auf der Rutschbahn

In der Schlüsselbranche Metall und Elektro hält die Flucht aus der Tarifbindung an. Verbände streiten, ob der jüngste Abschluss dies beschleunigt.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA), ein breites Branchennetzwerk von 3000 vorrangig mittelständischen Mitgliedsunternehmen, prognostiziert steigende Austritte aus dem Flächentarifvertrag. „Ein Tarifabschluss wie der im April in Nordrhein-Westfalen ist für viele unserer Mitglieder das auslösende Moment zu sagen: Jetzt reicht es“, fasst VDMA-Experte Dirk Opitz die Stimmung bei den Firmenchefs zusammen. Vereinbart wurde im April eine dreiprozentige Tariferhöhung mit Differenzierungsmöglichkeiten nach unten – welche der Verband für praxisuntauglich hält. Opitz: „Die Erosion des Flächentarifvertrags geht weiter.“

Die Arbeitgeberverbände, die den kleinen variablen Teil des Abschlusses als Fortschritt werten, halten erwartungsgemäß dagegen – ohne jedoch konkrete Angaben zu Austritten zu machen. Niedersachsen-Metall meldet eine Mitgliederentwicklung im „normalen Bereich“, Metall NRW habe „keine außergewöhnlich hohe Zahl an Austritten“ bemerkt, Bayern verweigert jegliche Auskünfte. Der Dachverband Gesamtmetall sieht „keine Auffällig-keiten bei den Mitgliedszahlen“ und nennt vier Austritte seit April.

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Ein Signal über das eigene Unternehmen hinaus setzte kürzlich der Automobilzulieferer Brose: Er verließ den Verband. Der Schritt hatte mit dem Tarifabschluss aber nichts zu tun.
Brose-Chef Jürgen Otto will so eine Betriebsvereinbarung umsetzen, gegen die sich die IG Metall sperrt.

Weitere Artikel aus dem Ressort Politik können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2006, Seite 34, nachlesen.

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