Diverses Auf Sparkurs

Die Ausgaben für Diesel machen rund 30 Prozent der Gesamtkosten von Lkw-Flotten aus - da können schnell mehrere Millionen Euro im Jahr zusammenkommen. impulse hat Hersteller, Fahrtrainer und Spediteure gefragt, wie sich der Verbrauch senken lässt.

Technik

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Tempomat (1)
Ein Autopilot mit GPS-Modul sieht Steigungen und Gefälle voraus und lässt den Laster verbrauchsoptimiert Gas geben und ausrollen. Das soll drei bis fünf Prozent Einsparung bringen. Bei Mercedes heißt das System PPC, bei Volvo I-See.

Getriebe (2)
Lkw, die für Autobahnen gedacht sind, bekommen Standardübersetzungen. Ist ein Laster viel in den Bergen, braucht er kurze Gänge. Und es gilt: „Die Automatik schaltet heute besser als jeder Fahrer“, sagt Walter Müller, Chef der Spedition Max Müller aus Opfenbach. Er kauft keine Schaltgetriebe mehr.

Reifen (3)
Bis zu 40 Prozent des Verbrauchs hängen am Rollwiderstand, sagen Pneu-Produzenten. Ab November müssen sie per EU-Reifenlabel angeben, wie sparsam ihre Reifen wirklich sind, in Klassen von A (sehr sparsam) bis G (ineffizient). Fuhrparkbetreiber können dann gezielt in sparsame Reifen investieren.

Motor (4)
Mehr PS erlauben im Mittel niedrigere Drehzahlen – das bringt bis zu zwei Prozent Einsparung. Der Baustofflogistiker Rainer Michel aus Würzburg drosselt bei neuen Lkw die Höchstgeschwindigkeit technisch von 88 auf 85 Stundenkilometer. So spart er noch mal drei Prozent ein.

Schulungen

 

Gas statt Bremse
Bis zu acht Prozent des Verbrauchs beeinflusst der Fahrer, sagt Udo Maier, Chef der Lkw-Fahrschule Ecocargo. Klassiker des spritsparenden Fahrens: schnell auf Reisegeschwindigkeit kommen, viel rollen lassen, wenig bremsen. Maier bringt Fahrern auch bei, dass es sich lohnt, Gänge zu überspringen.

Spritspar-Prämien
Von geschulten Fahrern könne man ein gewisses Können beim Spritsparen erwarten, sagt der Opfenbacher Spediteur Walter Müller. Wer besonders viel spart, bekommt bei ihm eine Prämie von bis zu 250 Euro pro Monat. Seine besten Fahrer bewegen 26 Tonnen schwere Laster mit einem Verbrauch von knapp 24 Litern.

Logistik – Planung

 

Verbrauchskontrolle
Per Mobilfunk ist der Lkw permanent mit der Zentrale verbunden. Auf diese Weise wird der Verbrauch erfasst, die Schaltvorgänge, Bremsungen und Rollphasen gemessen, mit dem Ladungsgewicht abgeglichen. Solche Daten liefern dann die Basis für Prämienmodelle. Und die Grundlage für die nächste individuelle Schulung.

Ideale Routen
Dispositionssysteme erfassen, auf welchen Strecken die Flotte viel verbraucht, etwa weil dort Dauerstau herrscht oder viele Berg- und Talfahrten anfallen. Wenn es zum Auftrag passt, können Disponenten dann auch effizientere ­Routen vorgeben.

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