Diverses Aus für Verlustzuweisungen

Die neue Bundesregierung will die Vorteile für Anleger bei den geschlossenen Fonds streichen, und zwar rückwirkend.

Die neue Bundesregierung will die Vorteile für Anleger bei den geschlossenen Fonds streichen, und zwar rückwirkend. Das Jahresendgeschäft der Fondsbranche ist damit vorzeitig gelaufen. Statt Geld einzusammeln, sind diverse Initiatoren jetzt mit der Rückabwicklung von Verträgen beschäftigt.

Das Kabinett Merkel übt sich in Aktionismus. Erste Amtshandlung war das Aus für reine Steuersparfonds: Ihre Steuervorteile sollen rückwirkend zum 11. November 2005 abgeschafft werden. Als Stichtag waren ursprünglich der 31. Dezember 2005 oder der Tag der Regierungserklärung von Angela Merkel angedacht (impulse 12/2005). Das frühere Datum soll den Willen der Regierung zum Subven­tionsabbau dokumentieren. Außerdem will Finanzminister Peer Steinbrück Bund, Ländern und Gemeinden mittelfristig Steuerausfälle von rund zwei Milliarden Euro pro Jahr ersparen. Der Kabinettsbeschluss betrifft vor allem Medien- und Windkraftfonds. Sie weisen Anlegern anfangs Verluste von 100 Prozent zu, die sich Steuer sparend mit anderen Einkünften verrechnen lassen. Künftig soll das nur mit Gewinnen derselben Einkunftsquelle erlaubt sein. Damit sind diese Fonds uninteressant.

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Anleger, die nach dem Stichtag gezeichnet haben, verlangen jetzt Geld zurück. „Kein Problem“, verspricht Michael Oehme, Vorsitzender des Verbands Deutscher Medienfonds. „Als sich die Unsicherheit über den Stichtag abzeichnete, wurden durchweg nur noch Verträge mit Ausstiegsklauseln angeboten.“ Er schätzt, dass nun gut zehn Millionen Euro an Anleger zurückfließen. Fonds ohne Verlustzuweisungen bleiben attraktiv. Das sind vor allem Schiffs- und Immobilienfonds im In- und Ausland. Hier können Investoren weiterhin auf gute Renditen mit Steuerrabatt bauen.

Weitere Artikel aus dem Ressort Steuern können Sie in der impulse-Ausgabe 01/2007, Seite 122, nachlesen.

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