Diverses Ausbildung: Warum Herr Weise nicht sauber, aber weise handelt!

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik

Dirk Horstkötter leitet bei impulse den Bereich Politik© Rudolf Wichert

Deutschland mangelt es an qualifizierten Lehrlingen. Deshalb will die Arbeitsagentur Milliarden Euro in die Schulbildung investieren - und das ist gut so, sagt Dirk Horstkötter. Er geht sogar noch weiter und fordert: Auch Unternehmen sollten den Staat bei dieser Aufgabe unterstützen.

Lehrlinge sind knapp und leider nicht klüger als vor Jahren – mit dieser traurigen Doppelpack-Nachricht startet das Ausbildungsjahr. Den Unternehmen fehlen taugliche Kandidaten, die reden, schreiben, rechnen und passabel auftreten können. Die Bundesländer wissen seit Jahren um die mangelnde Ausbildungsfähigkeit ihrer Schüler. Sie geloben Besserung, ändern aber nichts: versprochen – gebrochen.

Sie als impulse-Leser haben vielleicht mit dem Kopf geschüttelt, als der Chef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, kürzlich im impulse-Interview www.impulse.de/politik vehement die Schuloffensive seines Hauses verteidigt hat. In den nächsten Jahren will er bis zu drei Milliarden Euro präventiv in Schulen investieren, um Jugendliche fit für den Schulabschluss und den späteren Job zu machen. Der Vorstoß steht ordnungspolitisch auf wackeligen Füßen, schließlich werden hier Beitragsgelder der Arbeitslosenversicherung für eine Staatsaufgabe ausgegeben. Aber legen wir das Lehrbuch mal zur Seite: Die Alternative wäre, tausenden Jugendlichen ohne Abschluss und Ausbildung jahrelang Hartz IV zu zahlen.

Anzeige

So pragmatisch wie die Agenturen sollten auch die Arbeitgeber vorangehen. Sie können und sollen nicht die Verantwortung der Schulen übernehmen. Gleichwohl: In die Schulen und zu den Schülern darf sich Wirtschaft ruhig trauen. Viele Unternehmen machen es schon vor, sie übernehmen Klassenpatenschaften, organisieren Praxistage, stellen Mitarbeiter für Bewerbertrainings ab, spenden Einrichtungen und Technik. Die Zögerlichen sollten jetzt Mut zeigen. Sie werden überrascht sein, wie aufgeschlossen Rektoren und Lehrer gegenüber der Wirtschaft inzwischen sind.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...