Diverses Ausbildungs-Ass 2008: Preisträger sind der Politik weit voraus

© Thomas Rosenthal

Dreifacher Jubel in Berlin: Während der Bildungsgipfel von Bund und Ländern bescheidene Ergebnisse erzielt hat, gab es bei der Verleihung des Förderpreises "Ausbildungs-Ass 2008" drei Mal Gold - für vorbildliche Bildungsleistungen: In verschiedenen Kategorien gewannen ein Unternehmen aus Schonach, eine Fleischerei aus Sachsen und eine Hauptschule aus Westfalen. Sie überzeugten die Jury mit zum Teil ungewöhnlichen Projekten für den Nachwuchs.

Zum zwölften Mal ist am Mittwoch in Berlin der Förderpreis der Jungen Deutschen Wirtschaft, das „Ausbildungs-Ass 2008“, verliehen worden. Die Siegerehrung fand im Rahmen einer Festveranstaltung mit Sektempfang, Musik und anschließendem Essen im Haus der Deutschen Wirtschaft statt.

Schafe hüten und mit Fleisch basteln

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Den ersten Preis in der Kategorie „Industrie, Handel, Dienstleistungen“ erhielt die SBS-Feintechnik GmBH & Co. KG aus Schonach. Das Unternehmen sorgt mit außergewöhnlichen Projekten dafür, dass die Auszubildenen einen Ausgleich zum Job bekommen. So war der Nachwuchs etwa für die Versorgung einer kleinen Schafsherde zuständig. Aufgrund ihrer außerbetrieblichen Projekte holte in der Kategorie „Handwerk“ die Fleischerei Richter GmbH aus dem sächsischen Oederan den ersten Platz: Hier war im vergangenen Jahr vor allem die Kreativität der Azubis gefordert: Sie bastelten etwa das weltgrößte Firmenlogo aus Wurst und Fleisch.

In der Kategorie „Ausbildungsinitiative“ machte schließlich die August-Class-Schule aus dem kleinen Örtchen Harsewinkel in Westfalen das Rennen: Mit einer Berufswahl-AG bereitet die Schule ihre Schüler auf Bewerbungsverfahren vor und gibt ihnen die Möglichkeit, unterschiedliche Berufe und Unternehmen kennen zu lernen. Überzeugt hat die Jury vor allem, dass das Projekt in freiwilligen Unterrichtsstunden versucht, ein hochaktuelles Problem zu lösen: die mangelnde Wertschätzung der Hauptschüler.

Unternehmen weisen der Regierung den Weg

Unter der Schirmherrschaft von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hatte die Jury aus rund 150 Bewerbungen die zehn kreativsten Unternehmen und Initiativen im Bereich der Ausbildungsförderung ausgewählt.

Ziel des Wettbewerbs, der von impulse, den Wirtschaftsjunioren Deutschland und den Junioren des Handwerks sowie den Inter Versicherungen ausgeschrieben wird, ist es, nicht nur solche Unternehmen zu prämieren, die sich durch eine hohe Anzahl an Ausbildungsplätzen auszeichnen. „Ausbildungs-Asse“ sind vor allem Unternehmen, die sich persönlich für die Jugendlichen einsetzen und auch da fördern, wo andere längst aufgegeben haben. Der Preis wird in den drei Kategorien „Handwerk“, „Ausbildungs-Initiative“ und „Industrie, Handel, Dienstleistungen“ vergeben und ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert.

Im Hinblick auf den gleichzeitig stattfindenden Bildungsgipfel von Bund und Ländern in Dresden sagte Hartmut Schauerte, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie: „Die Unternehmen, die heute hier versammelt sind, haben die Lösungen gefunden, die in Dresden noch gesucht werden.“

Bildergalerie: Impressionen von der Veranstaltung

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