Diverses Außer Spesen nichts gewesen

Die Regierung geht gern mit der Wirtschaft auf Tour. Chefs machen indes sehr gemischte Erfahrungen.

Die Reise von Angela Merkel im Mai nach China war eine Katastrophe: Für die Konzerne BASF und Deutsche Bahn ließ sich vor Ort wenig herausholen. Zwei Tage hetzten Kanzlerin und Manager durch das Reich der Mitte, die erhofften Großaufträge blieben aber aus. Nur Oliver Winzenried, Gründer des Karlsruher Software-Unternehmens Wibu-Systems, kam zufrieden zurück. Er hatte auch in einer der zwei Regierungsmaschinen ins Reich der Mitte gesessen.

Geschäftsabschlüsse? „Nein, das war in zwei Tagen nicht zu erwarten“, sagt Winzenried. Kontakte? Jede Menge. Bei genauer Nachfrage wird klar, dass er vor allem die nach innen meint. Er habe im Flieger und an der Hotelbar die Aufmerksamkeit deutscher Konzernbosse für seine Sicherheitstechnik gewonnen: „So dicht kommt man sonst an die Leute nicht heran.“ Das war ihm die Reise wert.

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15000 Flugkilometer für ein paar deutsche Visitenkarten – es gibt weitaus schlechtere Ausbeuten. Zwölfmal sind Kanzlerin, Wirtschafts- und Außenminister seit Beginn der großen Koalition mit Unternehmern in die Welt geflogen. Das ist eine beachtliche Zahl für neun Monate Regierungszeit. Wer sich umhört in den Delegationen, bekommt ein Gespür dafür: Politik nutzt begleitende Unternehmer auch als Alibi – manchmal mehr, manchmal weniger.

In der Theorie sind solche Touren gerade für den Mittelstand ein effek­tives Instrument der Außenwirtschaftspolitik: Der Firmenchef hakt sich bei der großen Politik unter, die ihm die Tür zu fremden Märkten öffnet, Kontakte und neue Aufträge vermittelt. Doch die Realität spiegelt ein anders Bild wider – mangelnde Koordination des Kanzleramts und der Ressorts, schlechte Organisation vor Ort, Übermacht der Medien und Günstlingswirtschaft belasten den guten Ansatz.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 09/2006, Seite 28, nachlesen.

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