Diverses Ausgezeichnet: Deutschlands familienfreundlichste Arbeitgeber

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Flexible Arbeitszeiten, eine Familienbeauftragte im Unternehmen oder Windelgeld - kaum zu glauben, aber das alles ist Realität in Deutschland. Dass Kinder und Karriere auch hier perfekt zusammen gehen, beweisen unter anderem acht Unternehmen, die die Bundesregierung als die familienfreundlichsten des Landes ausgezeichnet hat. Mit teilweise ungewöhnlichen Maßnahmen haben sie sich gegen eine starke Konkurrenz durchgesetzt - und schaffen ganz nebenbei ein erfolgsorientiertes Betriebsklima.

Unternehmen, die den Trend Familienfreundlichkeit verschlafen, werden gnadenlos abgestraft. Und, so jedenfalls prophezeit es Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen: Wer mit guten Arbeitskräften konkurrenzfähig sein will, muss die Familiensituation seiner Beschäftigten mitdenken. Für eine vorbildliche familienfreundliche Personalpolitik hat die Ministerin am Donnerstag acht Unternehmen ausgezeichnet – sie hatten sich im Wettwerb „Erfolgsfaktor Familie 2008“ gegen 500 Konkurrenten durchgesetzt. – in verschiedenen Kategorien und mit unterschiedlichen Konzepten.

Gesamtsieger: Fraport, Bau-Fritz und Promeos

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Gesamtsieger in der Kategorie Großunternehmen ist die Fraport AG. Warum? Ihre Angebote für Mitarbeiter mit Familie haben Vorbildcharakter, erklärte von der Leyen im Namen der Jury. Beispiel Arbeitszeiten: Die 12.500 Beschäftigten der Fraport AG können sich ihren persönlichen Wunschdienstplan erstellen – einzige Voraussetzung: Sie melden die Arbeitszeiten sechs Wochen vorher an.

Überhaupt müssen sich die Fraport-Mitarbeiter keine Sorgen um die Kinderbetreuung machen – auch nicht in Notfällen, wenn der Babysitter ausfällt oder ein Termin mal länger dauert. Denn dafür gibt die ad-hoc-Kinderbetreuung im „Fluggi-Land“, wo Mitarbeiterkinder im Alter von ein bis zwölf Jahren von 6 bis 22 Uhr betreut werden – und das an 365 Tagen im Jahr. „Bei akutem Bedarf, zum Beispiel wenn sich die Arbeitszeit durch eine verspätete Landung verlängert, können dort auch Kinder aus der Kindertagesstätte nach 18 Uhr betreut werden“, sagt Gudrun Müller, Leiterin des Servicecenters Soziales bei Fraport. Zusätzliche Betreuungsplätze gibt es außerdem in der Kinderkrippe „Kinder-Arche“.

Ideale Bedingungen schafft der Betreiber des Frankfurter Flughafens auch für den schnellen Wiedereinstieg nach der Elternzeit: mit Informations- und Planungsgesprächen zu Beginn und zum Ende der Elternzeit sowie sogenannten „Schnupperwochen“, in denen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich mit allen wichtigen Informationen vertraut machen können.

Vorbild im Mittelstand: Bau-Fritz

Als hervorragendes Beispiel für eine familienbewusste und zugleich wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmensführung im Mittelstand lobte die Jury die Bau-Fritz GmbH & Co. KG. Das Unternehmen hat eine betriebseigene Kindertagesstätte, die für Mitarbeiterkinder kostenlos ist. Um das zu finanzieren, arbeiten alle 250 Beschäftigten – vom Azubi bis zur Chefin – jedes Jahr am Weltkindertag eine Stunde umsonst.

Außerdem gibt es einen vom Arbeitgeber verordneten Familientag: Bereits seit 1963 haben die Mitarbeiter sonntags alle frei. Und ein Job-Sharing-Modell macht es möglich, dass sich zwei Beschäftigte einen Arbeitsplatz teilen.

Sieger unter den Kleinen: Promeos

Dass sich Investitionen in ein familienfreundliches Umfeld auch in kleinen Unternehmen lohnen, beweist die Promeos GmbH in Erlangen: Obwohl der Hersteller von Spezialbrennern gerade mal 30 Beschäftigte hat, leistet sich das Unternehmen eigene Familienbeauftragte, die sich um die Belange der Eltern kümmert und Ansprechpartnerin für alle Fragen zur Elternförderung ist. Außerdem bekommen die Promeos-Eltern für jedes neugeborene Kind ein Jahr lang Windelgeld. Der Zuschuss beträgt monatlich 50 Euro.

Egal ob Global Player oder Familienunternehmen, Familienfreundlichkeit zahlt sich aus. Die Gewinner des Wettbewerbs bezeichnete Famililienministerin von der Leyen deshalb als „Trendsetter einer modernen Personalpolitik“, die „Maßstäbe für die gesamte deutsche Wirtschaft setzen.“ Denn: Der Wettbewerb mache Erfolgsgeschichten öffentlich und schaffe Leitbilder.

Der Wettbewerb ist Teil des Unternehmensprogramms „Erfolgsfaktor Familie“ des Bundesfamilienministeriums. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, familienfreundliche Arbeitsbedingungen zu schaffen. Das Programm richtet sich an Führungskräfte, Personalverantwortliche und Betriebsräte. Ziel ist es, Familienfreundlichkeit zu einem Markenzeichen der deutschen Wirtschaft zu machen.

Weitere Informationen zum Wettbewerb und zu den Siegern unter:
www.erfolgsfaktor-familie.de

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