Diverses Autolärm und Vogelgezwitscher

Was haben das Brandenburger Tor und die Zugspitze gemeinsam? Was verbindet die natürliche Idylle der Alpenlandschaft mit dem tosenden Lärm einer Weltstadt wie Berlin? Die Antwort ist einfach: Musik.

Eine tönende Entdeckungsreise durch Natur und Großstadt, lokale Beschaulichkeit und globalen Lärmpegel, Einsamkeit und Menschenmasse bietet sich vom 16. bis 25. März. Dann findet in der Hauptstadt die „MaerzMusik“, das Festival für aktuelle Musik, statt. Dann trifft Alpenmusik auf Stadtmusik, denn das Wechselspiel zwischen Natur und Großstadt ist in diesem Jahr Motto des Festivals.

Zum Thema Alpenmusik treten Musiker aus der Schweiz, Österreich, Slowenien, Norditalien und Deutschland auf. Sie präsentieren neben Neuinterpretationen traditioneller Volksmusik auch Stücke, bei deren Komposition sie sich von der besonderen Kultur der Alpen inspirieren ließen. Besonderer Leckerbissen: Beim Eröffnungskonzert des Festivals entführt der Grazer Künstler Klaus Lang seine Zuhörer in einen stilisierten Wald. Zwischen Bäumen und Bergwiesen liegend, lauscht man seiner Orchester-Rauminstallation „fichten“. Außerdem spielt das Hamburger Ensemble „Resonanz“ seine „Gebirgsmusik“ und das Konzert von 24 „ungestimmten Streichern“ von Edu Haubensak orientiert sich an Tönen, Bildern und Mundarten der alpinen Landschaft.

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Als Kontrast zur beschaulichen Alpenidylle vertonen Musiker unter dem Motto „Stadtmusik“ ihre Eindrücke großer Metropolen. Hupende Autos, jaulende Sirenen, schreiende Säuglinge, klappernde Absätze und laute Discomusik – das klangliche Reservoir einer Großstadt ist unerschöpflich. Die Künstler der Berliner MaerzMusik versuchen hingegen, Ordnung ins tönende Chaos zu bringen. Ähnlich wie die Alpenlandschaft machen sie den Großstadtdschungel akustisch erlebbar. Wer sich darauf einlässt, wird im Klang der Stadt ebenso Täler, Wiesen und versteckte Höhlen hören, wie in den Schweizer Bergen.

So spielt in der nächtlichen „Sonic Arts Lounge“ das Schweizer Trio Koch-Schütz-Studer und bringt einen neuen Typ von Ensemblemusik als Mischung von Komposition und Improvisation zu Gehör. Gleichzeitig lässt sich beim Orgelkonzert des Wiener Künstlers Hermann Nitsch in der nächtlichen Heilig-Kreuz-Kirche etwas Ruhe finden.

Anschließend geht des für den Besucher des Festivals hoch hinaus – 207 Meter, um genau zu sein. So hoch ist der Berliner Fernsehturm am Alexanderplatz, den sich Moritz Gagern für sein Konzert ausgesucht hat. Hier wird er das eigens für diesen Ort hoch über den Dächern der Hauptstadt konzipierte Stück „Babylonische Schleife“ uraufführen.

Insgesamt umfasst die MaerzMusik mit Orchester- und Kammerkonzerten und musikalischen Theaterstücken 30 verschiedene Veranstaltungen. Der Eintritt kostet zwischen fünf und 15 Euro. Außerdem können Musikfreunde zwei Festivalpässe erwerben. Der große Festivalpass kostet 60, ermäßigt 45 Euro und ermöglicht den Eintritt zu sämtlichen Konzerten. Der kleine Festivalpass gilt für fünf Konzerte freier Wahl und kostet 40, ermäßigt 30 Euro. Karten sind im Internet oder telefonisch unter 030/25489100 erhältlich.

www.maerzmusik.de

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