Diverses Autozulieferer auf Schleuderkurs

Glorreicher Sieg oder doch eine Niederlage mit fatalen Folgen? Bei der Übernahme des Reifenherstellers Continental hat sich das Familienunternehmen Schaeffler offenbar verzockt - zumindest finanziell. Daher gibt es für die Franken jetzt nur noch einen Ausweg, wie impulse-Redakteur Alexander Mayerhöfer zeigt.

Unternehmenschefin Maria-Elisabeth Schaeffler hat den Kampf gegen den störrischen Conti-Aufsichtsratschef von Grünberg in Hannover für sich entschieden – von Grünberg wird degradiert, bleibt zwar einfaches Mitglied im Aufsichtsgremium, hat jetzt aber die geballte Macht des fränkischen Unternehmer-Clans gegen sich. Klingt wie eine Erfolgsstory, wie wir sie uns von einem Vorzeige-Familienunternehmen wie der Schaeffler Gruppe nur wünschen können. Wenn sie nicht den einen entscheidenden Schönheitsfehler hätte: Das funktioniert alles nur auf Pump. Und so langsam gehen die Kontrahenten unter der Last ihrer Schulden in die Knie.

Sogar staatliche Finanzhilfen sollen mittlerweile im Gespräch sein, um den Megadeal in der Autozulieferbranche zu retten. Außerdem wird der Einfluss der finanzierenden Banken immer größer, was bislang noch kaum einem Familienunternehmen wirklich gut bekommen ist. Bleibt die Frage, welchen Ausweg die resolute Unternehmerin Schaeffler aus dieser Lage findet: Ist der Rückzug versperrt, muss die Übernahme also durchgezogen werden, sollten die Franken die Finger vom Steuerzahler-Geld lassen und besser einen weiteren Unternehmens-Partner ins Boot holen. Das schmälert vielleicht den Gewinn, aber das Risiko sinkt ebenfalls – und das hilft Schaeffler, auch in Zukunft als Familienunternehmen zu agieren.

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