Diverses Azubis: So gewinnen Sie den Kampf um die besten Köpfe

Azubis: So gewinnen Sie den Kampf um die besten Köpfe

Azubis: So gewinnen Sie den Kampf um die besten Köpfe

Keine Entwarnung für Unternehmer: Trotz Bewerberüberschuss - bis Ende Mai standen 485.000 offenen Lehrstellen 600.000 Bewerber gegenüber - wird der Kampf um gute Auszubildende immer schärfer. Wie Sie den Wunsch-Nachwuchs aufspüren, lesen Sie hier.

Es ist eine Frage der Perspektive: Statistiken belegen einen gesamtwirtschaftlichen Lehrstellenmangel – 600.000 Bewerber drängten Ende Mai auf 485.000 offene Lehrstellen. Grund genug für das Bundesministerium für Bildung und Forschung, nun auch noch einen medienwirksamen Lehrstellengipfel zu organisieren, um kurz vor Beginn des Ausbildungsjahres im September noch einmal Druck auf die Unternehmer auszuüben.

Die kennen das Problem allerdings von einer anderen Seite. Die Realität der Chefs sieht, abhängig von Branche und Region, eher so aus: Trotz des allgemeinen Bewerberüberschusses kommen keine oder – die PISA-Studie lässt grüßen – nur ungeeignete Bewerber zum Vorstellungsgespräch.

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Logische Folge: „Der Kampf um die guten Köpfe wird immer schärfer“, beobachtet Markus Kiss, Ausbildungsexperte beim Deutschen Industrie- und Handelskammertag. So hat sich zwar das Lehrstellenangebot in diesem Jahr im Vergleich zum Vorjahr im Bereich der Industrie- und Handelskammern um sieben Prozent verringert, im Baugewerbe stellenweise sogar um 50 Prozent. Doch die Bewerberzahlen sinken mindestens genauso schnell wie die Anzahl der angebotenen Ausbildungsplätze.

Besonders schlimm trifft es gerade die Berufe im Bau- und Nahrungsmittelgewerbe: Einem Bewerber für eine Ausbildung zum Betonbauer stehen so im Moment fünf freie Plätze gegenüber. Bei Metzgern und Fachverkäufern im Nahrungsmittelhandel ist das Verhältnis eins zu vier, bei Bäckern eins zu zwei.

„Die Jugendlichen bevorzugen erst einmal die Berufe, die sie kennen“, ist die Erfahrung von Clemens Urbanek, Abteilungsleiter Berufsausbildung bei der Handwerkskammer Köln. „Und das sind eben immer noch die Favoritenberufe wie Kfz-Mechaniker, Friseurin oder Tischler und natürlich die Büroberufe.“ Kaum einer der Azubis in spe mache sich Gedanken über die guten Perspektiven, die weniger beliebte Ausbildungsberufe bieten: „Kamps ist doch auch als Bäcker Multi-Millionär geworden.“

Damit Sie Ihre Wunsch-Azubis finden, gibt Ihnen Clemens Urbanek die folgenden Tipps.

  • Bieten Sie Schülern rechtzeitig vor Schulabgang Praktika in Ihrem Betrieb an. So können beide Seiten herausfinden, ob man zueinander passt.
  • Melden Sie Ihre Lehrstellen unbedingt dem Arbeitsamt. Je nach Branche weiß das Arbeitsamt nur von 40 bis 80 Prozent der offenen Lehrstellen und kann nur diese vermitteln. Über die Internet-Datenbank des Arbeitsamtes (asis) wird Ihre Lehrstelle in ganz Deutschland angeboten.
  • Nutzen Sie auch andere Lehrstellenbörsen, um Ihr Angebot publik zu machen. Viele IHKs und Handwerkskammern haben regionale Internet-Börsen installiert. Auch einige Radio- und Fernsehsender (beispielsweise WDR 2 und Radio Sputnik des mdr) und Lokalzeitungen starten regelmäßig Aktionen zur Lehrstellenvermittlung.
  • Machen Sie auf sich und Ihr Unternehmen aufmerksam, indem Sie in Schulen oder in Sportvereinen, bei Festen oder Messen werben. Zeigen Sie Engagement.
  • Nutzen Sie die regionalen Unterschiede und bieten Sie Ihre Ausbildungsplätze in Tageszeitungen strukturschwacher Regionen an.
  • Vergessen Sie über dem Tagesgeschäft nicht, Ihre Personalangelegenheiten langfristig und gründlich zu planen.

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