Diverses Balanced Score Card: Strategie ersetzt Durchwursteln

Balanced Score Card: Strategie ersetzt Durchwursteln

Balanced Score Card: Strategie ersetzt Durchwursteln

Unternehmenserfolge planen, Krisen frühzeitig erkennen, Mitarbeiter motivieren - dazu braucht es heute mehr als gesunden Menschenverstand und das Glück des Tüchtigen. Die Balanced Score Card (BSC), eine in vielen Großunternehmen eingesetzte Management-Methode, hilft dabei.

„Eine Krise kommt niemals von heute auf morgen“, ist die Erfahrung des Unternehmensberaters Stefan Habermann. „Es gibt immer eine ganze Reihe von Hinweisen.“ Doch gerade in mittelständischen Betrieben fehlt es oft an Methoden, die einen Überblick über die Ergebnisse der einzelnen Unternehmensbereiche liefern, diese Daten zusammenführen und an vorher formulierten Zielen messen.

Genau das ist die Aufgabe eines strategischen Management-Systems wie der Balanced Scorecard (BSC). Laut einer Studie der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner nutzen lediglich 17 Prozent der befragten Mittelständler die BSC. Und das, obwohl 93 Prozent das an der Harvard Business School entwickelte Konzept kennen und mittlerweile schon jedes zweite Großunternehmen die BSC verwendet.

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Strategien formulieren, umsetzen und kontrollieren

Die Balanced Score Card hilft bei der Umsetzung der Unternehmensziele, indem sie

  • die Unternehmensstrategie in kleinere Ziele für alle Teilbereiche des Unternehmens überführt,
  • von diesen Zielen Steuerungsgrößen, Plan- und Ist-Werte sowie
  • konkrete Handlungsanweisungen ableitet.

Die Balanced Score Card ist daher viel mehr als nur eine Punktekarte von abstrakten Steuerungsgrößen. Neben den klassischen finanziellen Indikatoren wie Umsatzzahlen oder Marketingausgaben werden beim Formulieren der Ziele auch die Perspektiven der Kunden, der Mitarbeiter und der firmeninternen Prozesse berücksichtigt. So kann das Ziel, das Mitarbeiterwissen zu stärken, durch Planzahlen zu Fluktuation und Schulungsfrequenzen abgebildet werden. Guter Kundenservice lässt sich ganz konkret etwa an Wartezeiten und Anschlussaufträgen messen.

Derart auf alle Unternehmensbereiche heruntergebrochene Kennzahlen verschaffen Chefs schnell ein Bild, ob alles nach Plan läuft. Ebenso frühzeitig können Fehlentwicklungen erkannt werden. Schlechte Zahlen leuchten wie ein rotes Lämpchen auf der Score Card auf. Ein schnelles Gegensteuern oder ein rasches Anpassen an veränderte Marktgegebenheiten ist dann noch möglich.

Schöner Nebeneffekt: Mehr Transparenz

Der erste Schritt zur Einführung der BSC ist ein moderierter Workshop, in dem das Unternehmen – oft mithilfe aller Mitarbeiter und externer Berater – seine Ziele und Ressourcen beschreibt. „Die so geschaffene Transparenz hat als positiven Nebeneffekt häufig eine offenere Unternehmenskultur und ein besseres Verständnis der Mitarbeiter für Unternehmensabläufe“, beobachtet Habermann, Projektleiter bei Dr. Wieselhuber & Partner, immer wieder.

Die anfänglichen Kosten veranschlagt der BSC-Spezialist mit zehn Beratertagen à 2.000 Euro. Die Pflege und Weiterentwicklung des Systems sollte ein ganz normaler Teil der täglichen Management-Aufgaben werden. Da gleichzeitig einiger Stress für bisheriges Controlling und Reporting wegfalle, sei der Aufwand geringer als häufig angenommen. Moderne Software-Lösungen können helfen. In kleineren Betrieben reicht allerdings auch die selbstgestrickte Tabellen-Kalkulation.

Stefan Habermann, ist davon überzeugt, dass die BSC als Führungssystem für Mittelständler – unabhängig von Unternehmensgröße und Branche – interessant ist. „Sie unterstützt das zielorientierte Management, schafft mehr Transparenz und richtet den Betrieb ganz auf unternehmerischen Erfolg aus.“ Über 85 Prozent der mittelständischen Nutzer gaben an, die Einführung der Balanced Score Card habe sich gelohnt.

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