Diverses „Barbara meets Angie“

Gespannt, unsicher, aufgeregt: So reiste die Kölner Unternehmerin Barbara Terbrüggen zum Unternehmertag nach Berlin - und traf dort auch auf die Kanzlerin. Wie das war und ob ihre Erwartungen erfüllt wurden - für impulse hat Terbrüggen ihre Eindrücke aufgeschrieben.

Beim Flug nach Berlin bin ich gespannt. Ich kann nicht so richtig einschätzen, was mich erwartet. Die Einladungskarte – quadratisch und praktisch – verspricht: „Dialog mit Unternehmern“. Auf diesen Dialog bin ich besonders gespannt. Vor allem freue ich mich darauf, Frau Merkel zu treffen. Meine Mitarbeiter witzeln schon ironisch „Barbara meets Angie“.

Ankunft in Berlin: Überall viele Männer in dunklen Anzügen. Auch ich habe mich in konservative Garderobe geschwungen. Die Unternehmer-Frauen sind, wie erwartet, als Spiegelbild der Unternehmensstruktur eher spärlich vertreten.

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Im imposanten Paul-Löber Haus stehen hunderte von Stühlen. Ganz schön viele Unternehmer für einen direkten Dialog, denke ich. Dazwischen müssen auch die Abgeordneten sein, also auch Frau Heinen, bei der ich mich gemeldet hatte. Nach kurzer Suche gebe ich auf – das ist zwecklos. Dass ich Frau Heinen treffen werde, wäre ein großer Zufall.

Die Kanzlerin als Star der Veranstaltung?

Dann geht es los. Frau Merkel betritt die Halle in einem Tross von Politikern und Kameras. Ich höre ihre Rede über die Erbschaftssteuer, über Mittelstandsentlastung durch weniger Bürokratie und erfahre, dass demnächst auch der private Haushalt Arbeitgeber werden soll. Es wird oft applaudiert. Die Rede ist ansprechend. Frau Merkel gefällt mir. Ich bin fast ungewollt fasziniert und höre ihr doch sehr gebannt zu. Innerlich denke ich mit, das hätte ich nicht gedacht.

Dann stürzen die ersten Unternehmer an die aufgestellten Mikros. Nacheinander klagen und tragen die Unternehmen ihre Anliegen vor. Mir kommt es vor, als wäre ich bei einer königlichen Audienz. Mir scheint, der eigentliche Austausch ist nicht wichtig.

Aber die Souveränität der Kanzlerin beeindruckt mich. Die Zeit fliegt – die einzige Frau, die Fragen stellen möchte, trägt ein Dirndl. Frau Merkel zieht die Fragenstellerin vor – ich bin amüsiert. Ist das die Quotenfrau? Am liebsten möchte ich mich nach den langen Reden ans Mikro stellen und einfach fragen: „Und wo sind die Unternehmer-Frauen?“ Dann ist Frau Merkel auch schon wieder weg – und mit ihr die Spannung. Der Rest der Veranstaltung langweilt mich, weil zu viele Untertanen nur damit beschäftigt sind, ihr Leid zu klagen.

Mein Fazit: Es war sehr beeindruckend, Bundeskanzlerin Merkel so direkt zu erleben! Frau Heinen werde ich hier in Köln treffen und ich bin mir sicher, dass der Austausch Früchte tragen wird. Denn um die Anzahl der Unternehmerinnenzahl in Deutschland und damit auch auf solchen Veranstaltungen in Zukunft zu steigern, reicht Begeisterung allein für die Kanzlerin nicht aus.

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