Diverses BDI: Konjunktur am seidenen Faden

Die deutsche Industrie sieht nur geringe Aussichten auf eine rasche wirtschaftliche Erholung. Wachstum in 2003 nur ein Prozent.

Die deutsche Industrie sieht nur geringe Chancen
auf eine rasche wirtschaftliche Erholung. Das Wachstum werde 2003
höchstens ein Prozent betragen, sagte der Bundesverband der Deutschen
Industrie (BDI) am Montag in Berlin voraus. Bis zur Jahresmitte sei
nur mit einer Stagnation zu rechnen. „Die Zukunft der Konjunktur in
Deutschland hängt weiter am seidenen Faden der Weltwirtschaft und
damit der US-Konjunktur“, meinte BDI-Präsident Michael Rogowski. „Wie heftig ein möglicher
Irak-Krieg die deutsche Konjunktur erschüttern würde, lässt sich
schwer abschätzen“, so Rogowski.

Sollte der Euro weiter und dauerhaft aufwerten, kämen die
deutschen Exporte unter massiven Druck, warnte der BDI-Präsident. Die preisliche
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Anbieter auf den Auslandsmärkten
hat in den vergangenen Monaten bereits stark gelitten. Marktanteile
konnten nur durch Preiszugeständnisse, die bis an die Grenze des
Erträglichen gingen, gehalten werden. „Wenn diese Entwicklung anhält,
bekäme die dringend notwendige Investitionskonjunktur einen erneuten
Dämpfer“, so Rogowsky.

Anzeige

„Die hohen Exportrisiken sind umso gravierender, als von der
Binnenkonjunktur weiter keine nennenswerten Impulse ausgehen. Infolge
des fiskalisch bedingten Kaufkraftentzugs verschlechtert sich die
finanzielle Lage der privaten Haushalte fühlbar. Da der private
Verbrauch rund 55 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ausmacht,
schlägt dies massiv auf das Wachstum durch. Investoren und
Verbraucher erwarten daher von der Politik mehr als nur halbherzige
Anstrengungen, um das stark angeschlagene Vertrauen der Wirtschaft zu
stabilisieren“, betonte der BDI-Präsident. „Dass sich die schlechte
Stimmung in der Wirtschaft zunehmend verfestigt, ist nicht zuletzt
auch dem wirtschaftspolitischen Fehlstart der Bundesregierung nach
der Wahl zuzuschreiben. Wenn wir in Deutschland das Wachstum stärken
wollen, dann müssen wir die Steuerlast senken. Steuerpolitik muss
auch zum Ziel haben, das Wirtschaftswachstum zu stimulieren. Zwar weisen manche Schritte in
die richtige Richtung. Doch fehlt diesen Maßnahmen bisher die
Einbettung in ein umfassendes und schlüssiges Reformkonzept“, so
Rogowski.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...