Diverses „Bei allem Erfolg Mensch bleiben“

Fußball-Nationalspieler Tim Borowski hat sich im impulse-Interview exklusiv über seinen persönlichen Bezug zu Wirtschaft, der Marke Tim Borowski und den Gemeinsamkeiten von Unternehmern und Sportlern geäußert.

Deutschland verspricht sich in wirtschaftlicher Hinsicht einiges von dem Mega-Event. Glauben Sie, dass ein sportlicher Erfolg des Nationalteams im Land einiges bewegen kann?

Borowski: Wir können vor allem die allgemeine Stimmung positiv beeinflussen, wenn wir gut abschneiden. Sicher springt aber auch ein wirtschaftlicher Vorteil für die Deutschen heraus.

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Wie groß ist Ihr persönliches Interesse an Wirtschaft?

Ich informiere mich regelmäßig über aktuelle Themen und neue Gesetze. So kann ich mit meinem Vermögen und meinen Anlagen reagieren und gut wirtschaften. Ein spezielles Interesse beispielsweise an Aktien habe ich nicht. Letztlich zählt, über den gesamten Bereich Wirtschaft möglichst umfassend informiert zu sein.

Als Fußballprofi und Nationalspieler sind Sie eine Art Kleinunternehmer. Wie viele Mitarbeiter hat die „Firma“ Tim Borowski?

Einige. Das meiste läuft über meinen Sportlichen Manager. Er deckt das komplette Paket ab und arbeitet in einzelnen Bereichen wie Finanzen oder Steuerfragen mit Spezialisten zusammen. Darüber hinaus kümmert sich jemand um meine Pressearbeit und meine Homepage. Meine Freundin, meine Eltern und meine Freunde unterstützen mich ebenfalls. Es ist wirklich wie ein kleines Unternehmen, das sich zur Zeit weiter ausbaut.

Michael Ballack, Lukas Podolski und auch Oliver Kahn sind als Marke präsent. Was unternehmen Sie, um die Marke Tim Borowski bekannt zu machen?

Neben der Konkurrenz ist es natürlich nicht ganz einfach, seinen eigenen Namen erfolgreich zu vermarkten. Da sind mir die Jungs einige Schritte voraus, aber ich denke, dass ich auf einem guten Weg bin. Im Moment möchte ich mich lieber über gute Leistungen profilieren. Die Teilnahme an der WM ist in der Hinsicht eine gute Voraussetzung für spätere Tätigkeiten.

Ihrer Meinung nach ist also eine gute sportliche Leistung Voraussetzung, um als Fußballer seine Marke auszubauen?

In erster Linie schon. Wer zudem attraktiv aussieht, lässt sich aber auch so gut vermarkten – selbst wenn er nur durchschnittlich spielt. Für mich ist vor allem wichtig, dass ich sportlich gute Leistungen bringe. Alles andere ist ein Bonus, den ich gerne mitnehme, wenn er sich ergibt.

Lassen Sie sich von einem Imageberater bei der Arbeit an der Marke Tim Borowski unterstützen?

Mittlerweile ja.

Welche Eigenschaften haben Fußballer und Unternehmer Ihrer Ansicht nach gemeinsam?

Beide müssen kreativ und zielorientiert sein, um Erfolg zu haben. Und eine gewisse Portion Ehrgeiz besitzen. Darüber hinaus haben Fußballer und Unternehmer sicher gemeinsam, dass sie auf einige Dinge – wie zum Beispiel ein ausgeprägtes Privatleben – verzichten müssen, wenn sie richtig erfolgreich sein wollen.

Was lernt man beim Sport, was einem hinterher auch als Unternehmer hilft?

Auf jeden Fall, dass Disziplin enorm wichtig ist. Wenn man etwas Großes erreichen möchte, muss man hart an sich arbeiten. Da reicht Talent allein nicht aus. Das Wichtigste ist dabei, bei allem Erfolg trotzdem Mensch zu bleiben.

Jürgen Klinsmann fordert von der Nationalmannschaft bedingungslosen Teamgeist. Gibt es Vergleichbares auch für den Unternehmensgründer Tim Borowski?

Der Vergleich ist etwas schwierig, aber einen gewissen Teamgeist versuche ich dort schon einzubringen. Viel wichtiger finde ich Teamgeist allerdings im Freundeskreis. Es ist wichtig, den Kontakt zu erhalten – auch, wenn man viel unterwegs ist. Und zu wissen, dass man auf gewisse Leute wirklich bauen kann.

Es wird immer wieder von ehemaligen Fußballprofis berichtet, die nach ihrer Karriere keinen Cent mehr auf dem Konto haben. Haben Sie einen professionellen Berater, der Ihnen bei der richtigen Geldanlage hilft?

Ja, in dieser Hinsicht ist mir kompetenter Rat sehr wichtig.

Wie legt ein Fußballprofi sein Geld an?

Anderen investieren sicher auch mal in risikoreiche Projekte – ich lege umso mehr Wert auf Sicherheit. Weniger ist manchmal mehr, das hat ja auch die Pleite am Neuen Markt vor fünf Jahren gezeigt.

Was stellen Sie sich beruflich vor, wenn Ihre Karriere vorbei ist?

Ich könnte im Fußball-Management tätig sein. Man knüpft ja viele Kontakte während der Karriere und sammelt Erfahrungen. Zumal ich in der Schule einen Einblick in BWL und Rechnungswesen erhalten habe. Darauf würde ich später gerne aufbauen.

Feilen Sie schon abseits des Spielfeldes an einer Karriere nach dem Fußball? Oder konzentrieren Sie sich derzeit voll auf Ihre fußballerische Laufbahn?

Der Gedanke, was später sein wird, geht mir durchaus manchmal durch den Kopf. Aber zur Zeit konzentriere mich vor allem auf meine aktive Laufbahn. Jetzt steht erstmal die WM im Vordergrund.

Haben Sie eine Vorstellung, wo Sie in zehn Jahren sein wollen? Geht es eher Richtung schöne Südseeinsel oder bleiben Sie dem Fußball verbunden?

Ich könnte mir durchaus vorstellen, dem Sport als Ex-Profi treu zu bleiben. Vielleicht nicht unbedingt als Trainer, sondern in wirtschaftlicher Hinsicht. Auf der Insel würde es mir mit der Zeit definitiv zu langweilig werden.

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