Diverses Berührungsängste

Die CDU-Wahlerfolge blenden. In Wahrheit wachsen die Zweifel an den Qualitäten der Vorsitzenden. Im Unternehmerlager. Und in der Partei. Die Kernfrage: Kann und will sie überhaupt reformieren?

Wo ist Angela Merkel? Die Jubiläen der Branchenriesen sind eigentlich Pflichttermine für eine CDU-Vorsitzende. Auf Feiern von großen Familienkonzernen darf sie allemal nicht fehlen. Es war vor ein paar Wochen im April. Reinhold Würth, Deutschlands Vorzeigeunternehmer par excellence, feiert seinen 70. Geburtstag und das 60-jährige Jubiläum seines 49.000-Mann-Betriebs. Alle erwarteten Angela Merkel. Und erleben den Bundeskanzler. Der ist zum wiederholten Mal bei Würth im Hohenloheschen – die CDU-Chefin ist noch nie hier gewesen.

Wo ist Angela Merkel mit ihren Gedanken? Darüber rätseln alle bei der Verabschiedung von Handwerkspräsident Dieter Philipp zum Jahresanfang in Berlin. Statt dem scheidenden Verbandschef zu danken, schickt Merkel in einer fahrigen Rede „Herrn Schleyer“ in den Polit-Ruhestand – den aktiven Generalsekretär. Die 300 Unternehmer im Haus des Deutschen Handwerks schweigen betreten.

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Die designierte Kanzlerkandidatin und die Wirtschaft – es ist eine Beziehung „powered by null emotions“. Kein Funke. Keine Spannung. Es spricht Bände, wenn der altgediente Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Ludolf von Wartenberg, über die Stimmungslage im Unternehmerlager sagt: „Im Prinzip traut man die Reformen für das Land auch dem amtierenden Kanzler zu.“

Während Gerhard Schröder bei Firmenbesuchen, auf Auslandsreisen und Messen jede Chance zum Networking mit Wirtschaftsvertretern nutzt, bleibt Merkel für die Mittelständler im Lande eine Frau ohne Schatten. Eine, die bei einem Termin mit Jungunternehmern abwesend unter dem Tisch SMS-Nachrichten tickert – und für das Abschlussfoto keine Zeit mehr findet. Und die auf einem von der Partei organisierten Unternehmerkongress in Hürth die Begrüßung der Unternehmer vergisst. Diese fremdeln umgekehrt mit der Vorsitzenden an der Spitze ihrer Leib- und Magenpartei.

Den vollständigen Artikel können Sie in der impulse-Ausgabe 06/2005, Seite 28, nachlesen.

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