Diverses Betriebsprüfung: Wo das Finanzamt misstrauisch wird

Der Staat braucht Geld. Die Betriebsprüfer schauen deshalb sehr genau in die Bücher. Worauf Sie achten sollten.

Die Beamten wissen, wo sie suchen müssen. Jeder Prüfer schaut sich als erstes die formelle Ordnungsmäßigkeit der Buchführung und der Aufzeichnungen an. Dazu gehören Grundaufzeichnungen wie Kassabuch, Inventuren oder eine korrekte zeitnahe Verbuchung der Geschäftsfälle. Sind die Bücher also formell in Ordnung, kann der Prüfer davon ausgehen, dass dasselbe für den Inhalt gilt.

„Misstrauisch werden die Prüfer bei Anschaffungen, die Unternehmer auch privat nutzen können“, warnt Rechtsanwalt und Steuerberater Joachim Breithaupt aus dem Kölner Büro der internationalen Anwaltskanzlei Osborne Clarke. Dazu gehören Ausgaben für Bilder, Teppiche, Gardinen oder Sofas.

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Penibel kontrollieren die Prüfer das Gehalt des Geschäftsführer, vor allem, wenn dieser gleichzeitig Gesellschafter des Unternehmens ist. Ist das Gehalt zu hoch, nehmen die Prüfer schnell eine verdeckte Gewinnausschüttung an. Folge: Das Finanzamt will eine Steuernachzahlung. „Zwischenzeitlich gibt es vom Bundesfinanzministerium einen Erlass, wie die Angemessenheit solcher Geschäftsführergehälter ermittelt wird. Unternehmer sollten darüber mit ihrem Steuerberater sprechen“, rät Joachim Breithaupt.

Verdächtig sind auch Teilwertabschreibungen oder sonstige außerordentliche Aufwendungen. „Hier sollten Unternehmer eine stichhaltige Dokumentation sicherstellen“, so Joachim Breithaupt.

Gerne checken die Finanzbeamten auch Kalkulation und Gewinn mittelständischer Unternehmer. Eine amtliche Richtsatzsammlung von 76 Branchen gilt dabei als Richtschnur für eine angemessene Höhe von Gewinnen. Liegt der Firmengewinn beispielsweise deutlich niedriger, als für die Branche und Größenklasse ausgewiesen, dann vermuten Prüfer schnell einmal schlampige Buchführung oder Schwarzumsätze.

Besonderes Augenmerk legen die Prüfer auf die Umsatzsteuer. Diese kann das Finanzamt jederzeit unangemeldet überprüfen. Unternehmer sind verpflichtet, diese Unterlagen herauszugeben. „Die Prüfer dürfen sogar in die Privaträume, wenn sie eine Gefahr für Sicherheit und Ordnung annehmen“, sagt Joachim Breithaupt. Prüfer werden misstrauisch, wenn

  • der Vorsteuerabzug von der branchenüblichen Höhe abweicht.
  • in einer Steuererklärung erhöhte Vorsteuern geltend gemacht werden.
  • Die Vorsteuern nachträglich korrigiert werden
  • Umsatzsteuer nachgezahlt wird
  • die Umsatzsteuer-Voranmeldungen und die Angaben in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung stark voneinander abweichen.

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