Diverses Bildung ist Privatsache

Klaus Schweinsberg, Herausgeber

Klaus Schweinsberg, Herausgeber

Bildung darf nicht kostenlos sein. Denn was nichts kostet, ist nichts wert. Das gilt nicht nur für die Ausbildung an der Universität, sondern auch und erst recht für Schulen. Das heißt konkret: Wir brauchen Schulgebühren auch für Gymnasien, Real-, Haupt- und Berufsschulen.

Ein unsozialer Vorschlag? Ganz
im Gegenteil. Es gibt wenig Unsozialeres
als unser staatlich finanziertes
Bildungssystem. Das hat im Wesentlichen
zwei Gründe: Die armen Familien,
von unseren Politikern zynisch
als „bildungsferne Schichten“ bezeichnet,
finanzieren letztlich die Ausbildung
der Kinder der Reichen. Ein
Blick in die amtliche Statistik genügt,
um zu erkennen, dass 50 Prozent aller
15-Jährigen aus wohl situierten Familien
ein Gymnasium besuchen. Bei
den Gleichaltrigen aus Arbeiterfamilien
sind es gerade mal zehn Prozent.

In hohem Maße unsozial ist das
deutsche Bildungssystem zudem, weil
es einerseits die Talente mutwillig ausbremst
und zum anderen die wirklich
Schwachen nicht fördert. Dass es an
immer mehr Gymnasien gesonderte
Begabtenförderung gibt, zeigt drastisch,
wie bescheiden es um die Qualität
des durchschnittlichen Gymnasiasten
bestellt ist.

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Und auch die Hauptschulen
stellen sich ein Armutszeugnis
aus, wenn sie in Scharen Schüler
entlassen, die kaum lesen und schreiben
und schon gar nicht rechnen können. Man
nimmt – oben wie unten
– den Jungen die
Startchancen, auf die sie
einen Anspruch hätten.
Und für die ihre Eltern
im Übrigen durch ihre
Steuern auch mächtig in
Vorkasse gegangen sind.
Doch Leistung kann in
diesem System niemand
einklagen.

Man stelle sich nur vor, wie anders die
Situation wäre, wenn Eltern für den
Schulbesuch ihrer Sprösslinge direkt
bezahlten. Dann würden sie mit Gewissheit
die Auswahl der Schule mit
ähnlicher Akribie vorbereiten wie
heute den Kauf eines neuen Autos.
Und sie würden faule Lehrer, zerfetzte
Lehrbücher und heruntergekommene
Schulgebäude genauso wenig dulden
wie einen Motorschaden nach
den ersten zehntausend Kilometern.

Und woher soll das Geld für die
teure Ausbildung kommen? Wenn es
denn richtig ist, dass Bildung in privaten
Händen besser aufgehoben ist,
dann muss sie auch privat finanziert
werden. Zumindest von denen, die es
sich leisten können. Und das sind die
meisten. Bei den anderen zahlt der
Staat – und zwar an die Eltern, nicht
an die Schule (Stichwort: Bildungsgutscheine).

Das nämlich ist der wesentliche
Unterschied zum heutigen System.
Denn dann kann selbst der Sozialhilfeempfänger
eine hervorragende
Schule für seine Kinder aussuchen.
Schlechte Schulen hätten nirgendwo
in Deutschland mehr eine Überlebenschance.
Unter dem Strich würden
wir sehr schnell feststellen, dass
dieses System die besseren Schüler
hervorbringt – und das zu geringeren
Kosten.

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Klaus Schweinsberg, Chefredakteur

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