Diverses Billiger telefonieren

Eigentlich liegen die Tarife bereits am Boden. Doch neue Mobilfunkanbieter könnten jetzt dafür sorgen, dass die Preise noch weiter sinken.

Das prognostiziert jedenfalls die Hamburger Unternehmensberatung Mummert Consulting AG in einer aktuellen Studie. Insbesondere so genannte virtuelle Provider, die ohne eigenes Netz agieren, könnten Mobiltelefonierern bis zu 30 Prozent niedrigere Tarife bescheren.

Bisher erachteten die klassischen Anbieter diese Gefahr als gering: Günstige Preise könnten ihre Markenbekanntheit und Netzabdeckung nicht wettmachen.
An dieser Stelle setzen Provider wie etwa Tchibo mit Billigpreisen oder Angeboten für spezielle Zielgruppen an. Und bekommen ihrerseits Konkurrenz durch Firmen wie Schwarzfunk und Simply. Was eine derartige Billigstrategie bewirken kann, zeigt Dänemark: 40 Prozent geringere Mobilfunktarife durch den Markteintritt der virtuellen Provider.

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Währenddessen konzentriert sich Marktführer T-Mobile auf zahlungskräftige Kunden, indem er die Handy-Provisionen reduziert. Ergebnis: ein schwaches erstes Quartal. Mit 27,6 Millionen Kunden besitzt T-Mobile nur noch einen knappen Vorsprung vor Vodafone (27,2 Millionen Kunden).

Lachende Dritte sind die kleinen Netzbetreiber, die ihre Infrastruktur den Billiganbietern gern zur Verfügung stellen. Beispiel Tchibo: Obwohl die Kaffeebohne im Display blinkt, telefonieren die Kunden real über das Netz des kleinsten deutschen Netzbetreibers O2.

Auf diese Art bieten die virtuellen Provider den kleinen Netzanbietern die Chance, schneller zu wachsen – die Netze sind schließlich vorhanden, und jeder neue Nutzer hilft, die Infrastrukturen wirtschaft­licher zu betreiben. Außerdem zeige die Erfahrung aus dem Ausland, so die Mummert-Studie, dass niedrige Preise auch zu steigender Nutzung der Mobiltelefone führe und so wiederum für mehr Umsatz sorge.

Überblick über aktuelle Telefontarife

Weitere Meldungen aus dem Magazin Computer + Solutions können Sie in der impulse-Ausgabe 07/2005, Seite 96, nachlesen.

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